In Kürze
bioliq®-Pilotanlage bald komplett
Mit dem innovativen bioliq®-Verfahren werden Reststoffe aus Land- und Forstwirtschaft zu synthetischen Kraftstoffen verarbeitet. KIT-Wissenschaftler haben das umweltfreundliche Verfahren entwickelt und bauen derzeit in Zusammenarbeit mit dem Industriepartner Lurgi AG die Stufen I und II der Pilotanlage auf. Nun können durch zehn Millionen aus dem Konjunkturprogramm II und einer Millionen Euro aus der EU-Strukturförderung Baden-Württemberg auch die beiden letzten Ausbaustufen zur Gasreinigung und zur Kraftstoffsynthese finanziert werden. „Dabei setzen wir auch in diesen Stufen nicht auf bereits etablierte Verfahren, sondern gehen neue Wege“, betont KIT-Vizepräsident Dr. Peter Fritz. So planen die KIT-Forscher bei der Gasreinigung ein dreistufiges Verfahren. Die Besonderheit ist, dass das Gas nicht abgekühlt und der Systemdruck nicht verringert werden muss. „Dies spart Energie, da die anschließende Kraftstoffsynthese wieder bei höheren Temperaturen und Drücken ablaufen muss“, so Dr. Nicolaus Dahmen, der das bioliq®-Projekt leitet.
Beim anschließenden Syntheseprozess verwenden die KIT-Wissenschaftler eine neuartige Route, die über nur ein Zwischenprodukt führt, das anschließendend in Kohlenwasserstoffe mit Benzin- oder Dieseleigenschaften umgewandelt wird. Dieses vergleichsweise einfache Syntheseverfahren erlaubt eine deutlich preisgünstigere Herstellung des Kraftstoffs als bei bisherigen Verfahren. „Wenn wir alle Stufen umgesetzt haben, wird es auch eine bioliq®-Zapfsäule am KIT geben“, verspricht Peter Fritz.


