Hermann

Aus der Forschung

Von oben links greift eine so genannte Killerzelle eine Krebszelle an. Bild: DKFZ/Peter H. Krammer

Von oben links greift eine so genannte Killerzelle eine Krebszelle an. Bild: DKFZ/Peter H. Krammer

Kontakt

Andreas Schulze

Ansprechpartner Helmholtz-Allianzen
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

andreas.schulze(at)helmholtz.de


Steckbrief

Helmholtz-Allianz zur Immuntherapie von Krebserkrankungen

Laufzeit:

Januar 2008 bis Dezember 2012

Fördersumme:

18,75 Mio. Euro

Federführung:

DKFZ  -  Sprecher: Prof. Dr. Peter H. Krammer

Helmholtz-Zentren:

Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Helmholtzzentrum München für Gesundheit und Umwelt, Max-Delbrück-Centrum Berlin-Buch, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Translationszentren:

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen - Heidelberg, Twincore Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung - Braunschweig/Hannover, Experimental and Clinical Research Center - ECRC Berlin

Universitäten:

Heidelberg, München LMU, München TU, Hannover MedH, Charité, Medical Center Mannheim

Unternehmen:

Apogenix GmbH, Heidelberg

Weitere Informationen:

www.dkfz.de/de/allianz-immuntherapie/

 
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Helmholtz-Allianz Immuntherapie von Krebs

Neue Behandlungsstrategien gegen Krebs wollen Wissenschaftler der Helmholtz-Allianz Immuntherapie von Krebserkrankungen entwickeln. Dabei setzen sie auf die Mechanismen einer gezielten Immunreaktion, die neue Behandlungsansätze auch für fortgeschrittene Krankheitsstadien eröffnen.

In den letzten Jahren wurden im Labor entscheidende Fortschritte erzielt. Auf spezifische Krebsmerkmale programmierte Abwehrzellen dringen in das Tumorgewebe ein und unterbinden dort das Wachstum der Krebszellen. Diese vielversprechenden Ansätze sind für den klinischen Einsatz aber noch nicht ausgereift. Die seit Januar 2008 bestehende Immuntherapie-Allianz will diese Lücke schließen. Sie vereinigt führende Immunologen aus vier Helmholtz-Zentren, drei Translationszentren und sechs Universitätskliniken und verfügt über ein Budget von 18 Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds. Bis 2012 sollen die neu gewonnenen Erkenntnisse in die Entwicklung von Therapien einfließen, damit erste Patienten davon profitieren können.

Im Fokus stehen Hautkrebs, Hepatitis und Lebertumore sowie Leukämie und Lymphome, die alle exemplarisch für verschiedene Typen von Tumorerkrankungen sind. So ist das Leberkarzinom oft mit einer viralen Infektion assoziiert, weshalb sich auf den Tumorzellen virale Antigene als Zielstrukturen für den Angriff der Immuntherapie anbieten. Leukämiezellen sind für einen immuntherapeutischen Angriff besonders gut zugänglich. Das Melanom schließlich dient in der Allianz als Modell für solide, nicht viral verursachte Tumore und deckt damit den häufigsten Tumortyp ab.

Die Forschung konzentriert sich auf therapeutische Antikörper, Impfstrategien gegen Krebs, Transplantation von Immunzellen und das Induzieren des programmierten Zelltods bei Krebszellen. Dabei konnten die Allianz-Wissenschaftler gezielt den Zelltod des besonders aggressiven kutanen T-Zell-Lyphoms herbeiführen, indem sie durch Angriffe auf die Eisenspeicherproteine in den Krebszellen große Mengen an Eisen freisetzten, während gesunde Zellen mit niedrigerem Eisenspiegel diese Behandlung unbeschadet überstanden. Nun ist zu überprüfen, ob sich diese Entdeckung auch für eine Therapie eignet.

Die Allianz hat außerdem ein Stipendienprogramm für junge Ärzte aufgelegt, die dafür zeitweise von ihren klinischen Pflichten freigestellt werden sollen, um Erfahrungen in der immunologischen Forschung zu sammeln. Umgekehrt sollen junge Wissenschaftler aus der Grundlagenforschung Einblick in die klinische Anwendung erhalten.

Andreas Schulze

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11.01.2013
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