Aus der Forschung

Ältere Menschen bleiben heute länger gesund und selbstständig, dazu trägt auch die Gesundheitsforschung der Helmholtz-Gemeinschaft bei. Bild: Helmholtz/Fesseler
Den Bericht „Gewonnene Jahre“ erhalten Sie im Internet unter:
Gesundheitsforschung für eine alternde Gesellschaft
"Gewonnene Jahre" lautet der Titel des Berichts, den nun die Arbeitsgruppe „Altern in Deutschland“ vorgelegt hat. Acatech und die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina hatten führende Experten beauftragt, Risiken und Chancen der weiter steigenden Lebenserwartung zu analysieren. Auch die Gesundheitsforschung der Helmholtz-Gemeinschaft stellt sich auf die demografische Entwicklung ein, damit ältere Menschen länger gesund bleiben können.
Das Fazit des Akademien-Berichts: Ältere Menschen sind heute leistungsfähiger als früher, auch dank einer besseren Gesundheitsversorgung. Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich jedoch umstellen, um das Potenzial der Älteren zu nutzen. Dazu gehören auch neue Arbeitszeitmodelle, individuelle Weiterbildung über die gesamte Lebenszeit sowie bessere Strukturen für das ehrenamtliche Engagement. Die Helmholtz-Gemeinschaft bietet zum Beispiel die Möglichkeit einer Senior-Professur an. Eine Voraussetzung dafür bleibt jedoch die Gesundheit: Denn mit steigendem Alter werden chronische Erkrankungen und Mehrfacherkrankungen häufiger, Fehlernährung und Bequemlichkeit fordern ihren Tribut. Und unter den 90-Jährigen leidet bereits jeder Dritte an einer Demenz.
Die Helmholtz-Gemeinschaft hat im Forschungsbereich Gesundheit deshalb drei große neue Initiativen gestartet, die genau an den kritischen Punkten ansetzen. Um mehr Erkenntnisse über Risikofaktoren für bestimmte chronische Erkrankungen, für Herz-Kreislauf-Leiden aber auch für Krebs zu gewinnen, beginnt die Helmholtz-Gemeinschaft 2009 eine nationale Kohortenstudie, in der 200.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwanzig Jahre lang regelmäßig und wiederholt untersucht werden sollen. Außerdem wird die Helmholtz-Gemeinschaft in Kooperation mit der Leibniz-Gemeinschaft eine überregionale Forschungsföderation zur Bekämpfung des Diabetes ins Leben rufen, einer Volkskrankheit, an der allein in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen leiden. Und nicht zuletzt baut die Helmholtz-Gemeinschaft das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen auf, dabei wird das Kernzentrum in Bonn eng mit Arbeitsgruppen an sechs Universitäten zusammen arbeiten und so viele der bereits vorhandenen Kompetenzen zu Parkinson und Alzheimer in Deutschland zusammenführen wird. Schwerpunkte sind die Erforschung von Krankheitsursachen, Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung, die Entwicklung wirksamer Therapien und die besten Formen der Pflege und Versorgung. Die Vision eines langen und produktiven Lebens, in dem erst kurz vor dem Tod größere gesundheitliche Einschränkungen auftreten, könnte erreichbar sein.


