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Aus der Forschung

Biologische Vielfalt muss nicht nur im Urwald sondern auch in der Landwirtschaft erhalten werden, um die Ernährung der Menschheit zu sichern (abgebildet ist hier ein Obststand auf einem Markt in...

Biologische Vielfalt muss nicht nur im Urwald sondern auch in der Landwirtschaft erhalten werden, um die Ernährung der Menschheit zu sichern (abgebildet ist hier ein Obststand auf einem Markt in Santiago de Chile). Foto: André Künzelmann, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung-UFZ

Weitere Informationen:

UFZ-Spezial „Biodiversität“:

www.helmholtz.de/ufz-biodiversitaet

Informationen zur COP9-Konferenz aus Forschungssicht:

www.helmholtz.de/ufz-cop9


Dr. Carsten Neßhöver ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department für Naturschutzforschung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschng in Leipzig.

 
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Was kostet der Artenschwund?

Vom 19. bis 30.Mai treffen sich in Bonn 5000 Delegierte und Experten der Vertragsstaaten zur UN-Konvention zur biologischen Vielfalt in Bonn, um über die weiteren Schritte zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität zu beraten. Viele Themen werden dabei angesprochen: Wie etwa vereinbart man die wachsende Produktion von Nahrungsmitteln und Bioenergiepflanzen mit dem Erhalt naturnaher Lebensräume? Und was leistet biologische Vielfalt eigentlich für die Menschen? Dies soll ein Report klären, an dem Helmholtz-Experten mitarbeiten.

Denn auch die Politik hat die Bedeutung der biologischen Vielfalt für die Menschen erkannt: Die Bundesregierung hat zusammen mit der EU-Kommission einen Report in Auftrag gegeben, der die Kosten für Gesellschaft und Wirtschaft einschätzen soll, die aus dem Verlust an biologischer Vielfalt entstehen – eine wissenschaftliche Herausforderung, an dem sich auch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ mit seiner breiten Expertise beteiligt. Dieser Report wird - ähnlich wie der Stern-Report über die Kosten des Klimawandels – erstmals ins öffentliche Bewusstsein rücken, dass die biologische Vielfalt eine wichtige Grundlage des menschlichen Wirtschaftens ist. Biodiversität ist nicht nur eine Schatzkammer für neue Medikamente, sondern sichert auch die Fruchtbarkeit der Böden, die Wasserqualität und Ernährung der Menschen.

Die ersten Ergebnisse wird der Studienleiter Pavan Sukhdev, Chef des Londoner „Global Market Centre“ der Deutschen Bank, auf der Konferenz in Bonn vorstellen. Erste Schätzungen gehen von einem „Wert“ der Natur pro Jahr zwischen 16 und 64 Billionen Dollar aus – das wäre das vierfache des Weltbruttosozialproduktes. Die Ergebnisse zeigen, dass die ökonomische Bedeutung von Arten, Ökosystemen und ihren Serviceleistungen in nationaler wie internationaler Politik endlich stärker berücksichtigt werden muss – so wie man es etwa bei der Emission von Treibhausgasen bereits versucht umzusetzen, um den Klimawandel zu bremsen. 

Damit kommt auch der Biodiversitätsforschung jetzt eine stärkere Rolle zu: Dabei bewährt sich ein integrativer Ansatz, der in der Arbeitsgruppe Biodiversität der Helmholtz-Gemeinschaft gepflegt wird: Dort arbeiten Biologen und Sozialwissenschaftler zusammen, um die Ergebnisse der Grundlagenforschung zeitnah mit angewandten Problemen zu verbinden und Optionen für den nachhaltigen Umgang mit unserem Naturkapital zu entwickeln.

Dr. Carsten Neßhöver

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