Aus der Forschung

Horst Hippler, Peter Frankenberg, Annette Schavan und Eberhard Umbach besiegeln die neue Verbindung. Foto: Forschungszentrum Karlsruhe/Markus Breigl
Energien freisetzen durch Fusion
Eine Fusion erfordert zunächst einmal Kräfte, setzt dann aber auch Energien frei. Dies wagen wir nun in Karlsruhe. Die Universität und das Forschungszentrum verschmelzen zu einer neuen Einheit, dem Karlsruher Institut für Technologie, kurz KIT. Bildlich gesehen ziehen wir in ein gemeinsames Haus. Wir kombinieren dabei die Mission einer forschungsstarken Universität mit der Helmholtz-Mission, d.h. mit programmatisch-strategischer Spitzenforschung. Und wir widmen uns drei verschiedenen Aufgaben, nämlich Forschung, Lehre und Innovation.
Doch welchen Mehrwert bringt die Fusion im Vergleich mit herkömmlichen Kooperationen? Die drei wichtigsten Gründe sind: Erstens bringen wir mit insgesamt 7500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 600 Millionen Euro genügend kritische Masse auf die Waage, um international in den Forschungsfeldern Energie, Klima- und Umwelt, Nano- und Materialwissenschaften, Grid-Computing sowie Astroteilchenphysik an die Spitze zu kommen.
Zweitens wird das KIT eine dauerhafte und vollständige Verbindung sein, sozusagen in guten wie in schlechten Zeiten. Gemeinsam entwickeln wir langfristige Strategien und Planungen. Und wir handeln gemeinsam, zum Beispiel bei allen Berufungen und Beschaffungen, bei der Gestaltung von Lehre und Innovation sowie bei der Entwicklung der technischen und administrativen Infrastruktur.
Und drittens sparen wir durch die Fusion kein Personal, sondern verbessern die Arbeitsbedingungen und die Unterstützung der Studierenden und Forschenden. So werden zum Beispiel das zusammengelegte Rechenzentrum und die gemeinsame Bibliothek einen deutlich besseren Service anbieten können.
Bis zum endgültigen Zusammengehen, d.h. bis zum Einzug in das neue Haus, müssen noch einige rechtliche Fragen geklärt werden, aber wir sind auf einem guten Weg. Das KIT soll als Körperschaft des öffentlichen Rechts nach baden-württembergischem Landesrecht eingerichtet werden, die Finanzströme von Bund und Land bleiben getrennt. Für die Studierenden wird das KIT dennoch viel mehr bieten: eine intensivere Betreuung und kurze Wege in die Forschung. Als Studien- und als Forschungsort will das KIT die weltweit besten Kräfte anziehen. Denn – wie auch bei der Kernfusion – das Ganze wird mehr sein als die Summe der Teile, nämlich ein neues Element!


