Aus der Forschung

Einer der drei Messcontainer an der Tropenstation in Surinam. Der Sonnensucher auf dem Dach des Containers, welcher dem Lauf der Sonne folgt, lenkt das Sonnnenlicht zur Vermessung der Atmosphäre in das Spektrometer. Foto: Justus Notholt, Unversität Bremen
Einmal längs gemessen
Das Klima wird durch die Prozesse in der Atmosphäre mitbestimmt. Dennoch ist die dünne und schützende Gashülle erst lückenhaft erforscht. Im Virtuellen Institut „Pole – Equator – Pole“ haben jetzt Arbeitsgruppen aus dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und dem Forschungszentrum Karlsruhe zusammen mit Partnern aus den Universitäten in Bremen, Karlsruhe und Potsdam erstmals die Atmosphäre entlang eines kompletten Längengrades von der Arktis bis zur Antarktis untersucht und umfangreiche Messkampagnen und Modellrechungen durchgeführt. In den Tropen Südamerikas haben sie zwei neue Beobachtungsstationen aufgebaut, eine auf Meereshöhe in Surinam zur Untersuchung der Troposphäre, und die andere in 4700 m Höhe in den Anden von Venezuela zur Erfassung der Stratosphäre. An beiden Standorten werden nun regelmäßig Spurengase und Aerosole gemessen. „Unsere Untersuchungen leisten einen wichtigen Beitrag, um die Unsicherheiten bei der Simulation des gegenwärtigen Klimas zu reduzieren. Erst wenn wir die grundlegenden Prozesse wie zum Beispiel atmosphärische Strömungsmuster und ihre Kopplung mit Chemie und Strahlung genauer verstehen, können wir diese Fehler quantifizieren und verringern“, erklärt Prof. Dr. Klaus Dethloff (AWI), einer der beiden Sprecher des Virtuellen Instituts. Insbesondere konnten sie mit Hilfe von Simulationsrechnungen, die sich auf Messdaten stützen, zeigen, dass Wechselwirkungen zwischen der Stratosphäre, wo die schützende Ozonschicht gebildet wird, und atmosphärischen Strömungen die vertikalen Strömungsmuster vom Erdboden bis weit in die Stratosphäre verändern. Die Partner wollen ihre Zusammenarbeit nun im Rahmen eines EU-Projekts fortsetzen.


