Aus der Forschung

Einweihung des IG-SCID in Neu Delhi. Von links: Prof. Dr. Rudi Balling und Prof. Dr. G. Singh Chhatwal, HZI, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Prof. Dr. Nirmal K. Ganguly (ICMR), Prof. Dr. Seyed Hasnain, Präsident der Universität Hyderabad. Foto: Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, HZI
Indisch-Deutsches Virtuelles Institut für Infektionsforschung
HIV, Hepatitis, Tuberkulose und Diphtherie sind nicht besiegt, in den Krankenhäusern entwickeln sich multiresistente Stämme, und neue Krankheitserreger reisen mit ihren Wirten um die ganze Welt. Diese Probleme stehen im Zentrum des Virtuellen Instituts, das das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig gemeinsam mit Partnern in Indien aufgebaut hat. Die Fragen, die im Rahmen des Indo-German Science Centre for Infectious Diseases (IG-SCID) bearbeitet werden, passen genau in die Mission des HZI: Was macht Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern? Warum sind manche Menschen besonders empfindlich, andere dagegen widerstandsfähig gegenüber Infektionen? Wie können wir in Infektionsprozesse eingreifen?
Im IG-SCID untersuchen Arbeitsgruppen aus beiden Ländern nicht nur, welche Prozesse während der Infektion ablaufen, sondern auch, welche Patienten besonders gefährdet sind. „Wir haben in Indien eine genetisch sehr heterogene Bevölkerung“, erklärt Professor Dr. Narinder Mehra vom All India Institute of Medical Sciences in New Delhi. „Wir untersuchen, welche genetischen Marker auf eine hohe Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Krankheitserregern hinweisen.“ Die Ergebnisse werden in die Entwicklung neuer Therapien und neuer Impfstoffe einfließen. Finanziert wird die virtuelle Zusammenarbeit zu gleichen Teilen von der Helmholtz-Gemeinschaft (aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds) und dem „Indian Council for Medical Research“ (ICMR). Das Investitionsvolumen von deutscher Seite beträgt 2,25 Millionen Euro.


