Aus der Forschung

UNILAC-Beschleuniger an der GSI. Foto: GSI
Krebsrisiken bei zukünftigen Marsmissionen
Mit den heutigen Technologien würde eine Reise zum Mars zirka sechs Monate dauern, haben Raumfahrtexperten berechnet. Für eine komplette Marsmission setzen sie entweder 600 oder 900 Tage an. Während dieser Zeit wären die Astronauten permanent kosmischer Strahlung ausgesetzt, die ihre Zellen beschädigen und Krebs auslösen kann. Nicht zuletzt diese Risiken sind bei länger dauernden Missionen im Weltraum zu bedenken. Denn auf der Erde wird diese Strahlung durch das Magnetfeld und die Atmosphäre abgeschirmt.
Die European Space Agency ESA hat nun die Beschleunigeranlage an der Gesellschaft für Schwerionenforschung ausgewählt, um die Risiken durch kosmische Strahlung für Astronauten zu untersuchen. Denn die Beschleunigeranlage der GSI ist die einzige in Europa, die alle im Weltraum auftretenden Ionenstrahlen erzeugen kann, da im Weltraum Ionen von allen Elementen auftreten, das heißt vom Wasserstoff, dem leichtesten, bis zum Uran, dem schwersten. An der zukünftigen Beschleunigeranlage FAIR werden die Möglichkeiten für solche Untersuchungen noch erheblich erweitert. Denn an FAIR können Ionenstrahlen mit noch höheren Energien und Intensitäten erzeugt werden.
Forscherinnen und Forscher aus ganz Europa sollen nun die Wirkung von solchen „kosmischen“ Ionenstrahlen auf das menschliche Erbgut untersuchen, um die Risiken von bemannten Raumflügen zu ermitteln. Es ist geplant, Moleküle, Zell- sowie Gewebeproben zu bestrahlen und optimale Abschirmungen für den Schutz der Astronauten zu entwickeln.
Die ersten Experimente sollen bereits Ende 2008 anlaufen und werden später an der geplanten Beschleunigeranlage FAIR an der GSI fortgesetzt.


