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Aus der Forschung

Im Nationalen Centrum für Tumortherapie sind die Wege zwischen den Forschungslaboratorien und den Krankenbetten sehr kurz. Bild: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg

Im Nationalen Centrum für Tumortherapie sind die Wege zwischen den Forschungslaboratorien und den Krankenbetten sehr kurz. Bild: Medienzentrum Universitätsklinikum Heidelberg

 
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Schneller vom Labor zum Patienten

Jedes Jahr erkranken rund 420.000 Menschen in Deutschland neu an Krebs. Durch das zunehmende Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt die Patientenzahl stetig weiter an. Gleichzeitig ist Krebs ein hochinteressantes Forschungsgebiet mit aufregenden, neuen Erkenntnissen. Denn Biologen und Mediziner verstehen zunehmend, welche Mechanismen bei der Krebsentstehung eine Rolle spielen und wo neue Therapien ansetzen könnten. Damit diese Erkenntnisse schneller den Patienten zu Gute kommen, wird in Heidelberg seit 2004 das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) aufgebaut.

„Von der Idee über den Antrag für ein solches Tumorzentrums bis zur Bewilligung sind in der Planungsphase gerade einmal anderthalb Jahre verstrichen“, sagt NCT-Direktor Prof. Dr. Christof von Kalle.

Das NCT wird gemeinsam vom Deutschen Krebsforschungszentrum, der Universitätsklinik Heidelberg, der Thoraxklinik am Universitätsklinikum Heidelberg und der Deutschen Krebshilfe getragen. Das Heidelberger Universitätsklinikum behandelt jährlich rund 6000 neue Krebspatienten, 4000 davon werden bereits jetzt am NCT betreut. An den verschiedenen Standorten der Partnereinrichtungen finden Forschungen dazu statt. Zusätzlich wird nun ein eigenes NCT-Gebäude errichtet, in dem ab 2009 Forschungslaboratorien und ambulante Krebstherapie für die klinische Patientenversorgung unter einem Dach Platz finden. Dann werden die Wege zwischen den Ärzten und den Wissenschaftlern noch kürzer. Doch schon jetzt tauschen sie sich ständig aus und diskutieren über jeden einzelnen Patienten miteinander.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum bringt zwei Forschungsbereiche in das NCT ein. In der „Präventiven Onkologie“ untersuchen DKFZ-Forscher, welche Faktoren aus Umwelt, Ernährung und genetischer Veranlagung die Entwicklung einer Krebserkrankung fördern. Im Bereich „Translationale Onkologie“ wird zusammen mit anderen DKFZ-Arbeitsgruppen neue Behandlungsstrategien wie vorbeugende Impfstoffe, aber auch Antikörper, Viren oder Moleküle, die gezielt Stoffwechselschritte der Tumorzelle blockieren, untersucht und entwickelt.

Das Besondere am NCT ist: Hier kommen die Spezialisten zum Patienten und nicht umgekehrt. Die zentrale Anlaufstelle für die Patienten ist die Tumorambulanz. Der Patient muss keinen Ärztemarathon absolvieren, um mehrere Meinungen zu erfragen, sondern wird von einer interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe aus Experten untersucht, die anschließend im Tumorboard über seine Erkrankung diskutieren und die beste Therapie festlegen. Ob es um eine Erstdiagnose geht oder ein Patient eine Zweit- oder Drittmeinung einholen möchte – das Ergebnis des Tumorboards ist ein Therapieplan nach den höchsten Standards. Der Kontakt zwischen Patient, seinem niedergelassenen Arzt und dem Klinikum wird dadurch vereinfacht und wesentlich effizienter.

Je nach Erkrankung haben Patienten auch die Möglichkeit, an frühen klinischen Studien teilzunehmen. Zurzeit ist etwa ein Fünftel der Patienten am NCT in solche Studien eingebunden, langfristig könnte jeder zweite dadurch von neuartigen Therapieansätzen profitieren. Dies ist für schwerkranke Patienten eine Chance und beschleunigt auch den Erkenntnisgewinn. „In solchen Studien werden zum Beispiel Wirkstoffe verabreicht, die bereits in Tierversuchen einen Tumor deutlich reduziert haben“, erklärt Christof von Kalle. In Zukunft, so hoffen er und seine Kollegen, könnte diese Forschung schneller als bisher vielen Menschen helfen, ihre Krebserkrankung zu besiegen.

Kontakt und Fragen:

Conni Schmitz, 06221 56-6968, info(at)nct-heidelberg

arö

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11.01.2013
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