Hermann

Aus der Forschung

Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen (DLR) übernimmt die Verantwortung für das europäische Weltraumlabor und koordiniert das wissenschaftliche Programm. Bild: DLR

Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen (DLR) übernimmt die Verantwortung für das europäische Weltraumlabor und koordiniert das wissenschaftliche Programm. Bild: DLR

 
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Forschung unter Schwerelosigkeit

Der Termin musste immer wieder verschoben werden, aber dann ist der Start endlich geglückt: Am 7. Februar hob die Raumfähre Atlantis vom amerikanischen Kennedy Space Center mit dem europäischen Raumlabor Columbus und zwei europäischen Astronauten an Bord ab und erreichte wie geplant die Internationale Raumstation ISS in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde. Dort wurde es montiert und in Betrieb genommen. Der deutsche Astronaut Hans Schlegel und sechs seiner Kollegen sind nach dieser erfolgreichen Mission am 20. Februar wieder auf der Erde gelandet.

„Die Europäer haben die Startverzögerungen genutzt und das Forschungs-Labor Columbus in den vergangenen Jahren stetig verbessert“, erklärt Dr. Volker Sobick, stellvertretender Leiter der Abteilung „Bemannte Raumfahrt, ISS und Exploration“ des DLR. Das Raumlabor ist zunächst mit fünf Forschungsmodulen ausgerüstet und wird in den nächsten Jahren weitere Module aufnehmen. Damit ist Europa zum ersten Mal an Bord der ISS mit einem eigenen Labor präsent. Bis zu drei Forscher können in dem zylinderförmigen Raumlabor ein großes Spektrum an Experimenten durchführen: In einem Biolab wachsen Mikroben, Zellkulturen, Pflanzen und Insekten auf, in einem „Fluid-Labor“ werden Flüssigkeiten, Suspensionen und Schmelzen beobachtet und neuartige Verbindungen entwickelt. Denn wenn es kein „Oben“ oder „Unten“ mehr gibt, kristallisieren Schmelzen anders und Kräfte kommen zur Geltung, die auf der Erde durch die Schwerkraft überlagert werden. Ein weiteres Forschungsgebiet wird die menschliche Physiologie und das Immunsystem sein, beides verändert sich unter Schwerelosigkeit. Diese Ergebnisse müssen auch in die Vorbereitung zukünftiger Langzeitflüge von Astronauten, vielleicht zum Mars, einfließen. An der Planung der Experimente sind viele deutsche Forschungsgruppen, auch aus dem DLR, beteiligt. Die Columbus-Experimente werden vom Deutschen Raumfahrtkontrollzentrum in Oberpfaffenhofen gesteuert, wo auch die Ergebnisse empfangen und an die verschiedenen Forschungseinrichtungen in ganz Europa verteilt werden. Rund 880 Millionen Euro hat der Bau des Raumlabors gekostet, Hauptauftragnehmer war EADS Astrium in Bremen. Bis 2013 wird Europa etwa fünf Milliarden Euro in das ISS-Programm investieren. Für die kommenden Jahre erwarten die europäischen Partnerländer nun eine Vielzahl an Ergebnissen, die auch für irdische Anwendungen  interessant sind.

 

arö

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11.01.2013
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