Aus der Forschung
Nobelpreis für Prof. zur Hausen
Den Nobelpreis für Medizin erhielt in diesem Jahr Prof. Dr. Dr. Harald zur Hausen. Er entdeckte als Erster den Zusammenhang zwischen Humanen Papillomviren, umgangssprachlich als Warzenviren bezeichnet, und Gebärmutterhalskrebs. Gemeinsam mit seinem Team untersuchte er am Deutschen Krebsforschungszentrum, wie Gebärmutterhalskrebs durch Virusinfektionen ausgelöst wird und legte damit den Grundstein für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen diese Krebserkrankung.
Einige Formen der Warzenviren, sogenannte Genitalwarzen, können Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses verursachen. Etwa 80 Prozent der Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens daran, vorwiegend durch Geschlechtsverkehr. Nicht immer kommt es zu einem Ausbruch der Krankheit. Bei einigen Frauen führt die Virusinfektion jedoch langfristig zu Gebärmutterhalskrebs. Dieser endet in der Hälfte der Fälle tödlich.
Bereits Ende der sechziger Jahre entwickelte er die Idee, dass Gebärmutterhalskrebs durch Viren ausgelöst werden kann. Dies war eine vollkommen neue Vorstellung, die zunächst auf Ablehnung in der Fachwelt stieß. Zur Hausen und sein Team ließen sich durch Skeptiker nicht entmutigen und konnten Anfang der 1980er Jahre den kausalen Zusammenhang nachweisen. Ihre Arbeit wurde nun belohnt. Doch zur Hausen sieht noch mehr Herausforderungen: „Der Impfstoff ist heute deutlich zu teuer. Mit neuen molekularbiologischen Techniken kann man möglicherweise eine günstigere Vakzine entwickeln.“


