Aus der Forschung
Gleichgewicht im Immunsystem
Auf der Suche nach dem Auslöser der Erkrankung ist ein deutsch-italienisches Forscherteam nun einen entscheidenden Schritt voran gekommen.
"Zum ersten Mal konnten wir einen zellulären Marker identifizieren, welcher unmittelbar mit der Entstehung von MS in Verbindung gebracht werden kann", sagt Dr. Olaf Rötzschke vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin-Buch. Dieser Marker, CD39 genannt, befindet sich auf der Oberfläche bestimmter Immunzellen. Er baut den Energielieferanten ATP aus zerstörtem Gewebe ab, so dass sich keine Entzündungen bilden, die zur Multiplen Sklerose führen können. Bei MS-Patienten ist die Zahl an Suppressorzellen mit CD39-Marker jedoch stark verringert.
"Entweder ist es die zu geringe Anzahl der CD39 tragenden Suppressorzellen oder aber die Abwesenheit des Markers, die den Ausbruch der Krankheit begünstigt", erklärt Rötzschke. Mit der jetzt gelungenen Identifizierung der CD39-Suppressorzellen könnten Mediziner aber nicht nur das Risiko einer MS-Erkrankung direkt ablesen. Es wäre langfristig sogar denkbar, die Krankheit zu kontrollieren, wenn es gelingt, die Menge an diesen Suppressorzellen bei MS-Kranken wieder zu erhöhen.


