Aus der Forschung

Karte des Südhimmels: Die energiereichste kosmische Strahlung (rote Scheiben) kommt aus den Richtungen, in denen auch die Zentren von Aktiven Galaxien vermutet werden (blaue Sterne). Grafik: Pierre Auger Collaboration
Botschaften aus den Zentren ferner Galaxien
Wie ein riesiges Insektenauge schauen 1600 Teilchendetektoren des Pierre-Auger-Observatoriums auf den südlichen Himmel. In der argentinischen Pampa Amarilla, 1000 Kilometer westlich von Buenos Aires, sind Astroteilchenphysiker vom Forschungszentrum Karlsruhe am Aufbau des Pierre Auger-Observatoriums beteiligt, das mit einer Ausdehnung von 3000 Quadratkilometern das größte Messfeld der Erde ist.
Die Anlage misst die Schauer, die in der Atmosphäre durch die seltenen, extrem energiereichen Teilchen ausgelöst werden, die aus dem Kosmos auf die Erde treffen. Woher diese Teilchen jedoch genau kommen und wie sie auf solche extremen Energien beschleunigt wurden, war bisher unbekannt.
Doch schon nach den ersten Messreihen zeichnet sich eine Antwort ab, die nun in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde: Die Auger-Teilchen kommen nicht gleichmäßig aus allen Richtungen des Himmels, sondern aus den Zentren Aktiver Galaxien. Dort befinden sich Schwarze Löcher, die mit ungeheurer Kraft Materie einsaugen. Dabei werden Energie und hoch beschleunigte Teilchen frei, die uns dann über 300 Millionen Lichtjahre hin erreichen. Nur etwa ein Prozent aller Galaxien sind „aktiv“ in diesem Sinn, die meisten, darunter auch die Milchstraße, besitzen zwar auch Schwarze Löcher, aber diese verhalten sich ruhig und strahlen keine hochenergetischen Teilchen ab.


