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Aus der Forschung

Prof. Dr. Wess, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München und Dr. Nagel, Bereichsleiter Technologietransfer, begrüßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Roadshow...

Prof. Dr. Wess, wissenschaftlich-technischer Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München und Dr. Nagel, Bereichsleiter Technologietransfer, begrüßen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Roadshow zum Helmholtz-Validierungsfonds in München. Foto: Helmholtz Zentrum München

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Dr. Jörn Krupa
Referent für Technologietransfer
Tel.: 030 206329 72

joern.krupa(at)helmholtz.de

 
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Technologietransfer 11/2010

Der Wissens- und Technologietransfer in der Helmholtz-Gemeinschaft, über den wir auf dieser Sonderseite mehrfach im Jahr berichten, umfasst viele Spielarten: Vom so genannten „Transfer über Köpfe“ – zum Beispiel durch den Wechsel eines Wissenschaftlers aus einem Helmholtz-Zentrum in ein Wirtschaftsunternehmen – über die Politikberatung und Weitergabe gesellschaftlich relevanter Erkenntnisse – beispielsweise in Form von Publikationen oder Veranstaltungen – bis hin zu Kooperationsprojekten, Lizenzvereinbarungen mit Unternehmen oder Ausgründungen. Die drei letztgenannten Transferkanäle sind wesentlich, um Technologien aus den Helmholtz-Zentren in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen und werden daher nachfolgend detaillierter dargestellt.

Kooperationen und strategische Partnerschaften

Die Formen der Kooperation mit Unternehmen reichen von der Infrastrukturnutzung über Bauaufträge an Unternehmen und Auftragsforschung für Unternehmen bis hin zu gemeinsamen Forschungsvorhaben. Eine für beide Seiten besondere Kooperationsform ist die strategische Partnerschaft, bei der langfristige Allianzen zur Erforschung bestimmter Themen bzw. Technologien vereinbart werden. Allein im Jahr 2009 gab es innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft über 3.200 Kooperationsprojekte mit Unternehmen, die zu Drittmitteleinnahmen von 160 Mio. Euro aus der Wirtschaft führten.

Lizenzierung von Schutzrechten

Lizenzvereinbarungen oder Optionen für Schutzrechte ermöglichen Einnahmen aus dem Wissenstransfer oder aus Technologien, die in Forschungszentren entwickelt wurden. Mit Schutzrechten sind in erster Linie gewerbliche Schutzrechte wie Patente oder Gebrauchsmuster gemeint. Diese werden in der Regel von den Helmholtz-Zentren gehalten, da Erfindungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach dem Arbeitnehmererfindergesetz den Forschungszentren gehören. Wenn die Zentren nach Eingang einer Erfindungsmeldung entscheiden, die Invention in Anspruch zu nehmen und zum Patent anzumelden, können die Schutzrechte verkauft oder auslizenziert werden. Dabei sind die Erfinder am Erlös der Verwertung beteiligt. Im Jahr 2009 wurden in den Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft Lizenzeinnahmen von ca. 15 Mio. Euro aus einem Gesamtbestand von über 1.000 laufenden Vereinbarungen erlöst. Jedes Jahr werden zwischen 300 und 400 Anmeldungen von Schutzrechten getätigt und ähnlich viele Patente erteilt. Die Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft halten für über 3.600 verschiedene Technologien ein Schutzrechtportfolio von über 11.000 Schutzrechten.

Ausgründungen

Ausgründungen oder „spin-offs“ können ebenfalls dazu führen, dass Forschungsergebnisse über neue Produkt- und Serviceangebote wirtschaftlich verwertet werden. Gerade technologie-orientierte und wissensbasierte Unternehmensgründungen leisten eine besonders effiziente und wertvolle Form des Wissens- und Technologietransfers, da sie die wirtschaftliche Nutzung von Forschungsergebnissen mit Wachstums- und Arbeitsplatzimpulsen verbinden. Oft gründen Mitarbeiter von Helmholtz-Zentren auf Basis von Know-How bzw. Lizenzvereinbarungen neue Unternehmen aus. Nicht selten nutzen die spin-offs auch die Großforschungsinfrastruktur der Zentren zur weiteren Produktentwicklung, dafür können entsprechende Vereinbarungen getroffen werden. Bei einigen Unternehmensgründungen beteiligt sich das jeweilige Zentrum am Unternehmen, wodurch die Ausgründung Kosten für Lizenzen oder Gerätenutzung spart und das Zentrum im Gegenzug am Unternehmenswachstum und kommerziellen Erfolg partizipieren kann. Die Helmholtz-Zentren halten derzeit über 50 Unternehmensbeteiligungen. Zwischen 2005 und 2009 sind 47 Ausgründungen aus Helmholtz-Zentren zu verzeichnen.

Roadshow zum neuen Helmholtz-Validierungsfonds

Die Entwicklung des Technologietransfers der letzten Jahre und die erfolgreiche Bilanz für das Jahr 2009 zeigen, dass in den Helmholtz-Zentren sowohl in den Forschungsabteilungen als auch in den Transferstellen mit Engagement an neuen Ideen und deren Anwendbarkeit in Wirtschaft und Gesellschaft gearbeitet wird. Dennoch scheitern noch immer viele gute Ideen aus der Forschung auf dem schwierigen Weg in den Markt. Oftmals mangelt es an einer Anschlussfinanzierung. Die Helmholtz-Gemeinschaft möchte diese Finanzierungslücke mit dem neuen Instrument des Helmholtz-Validierungsfonds (HVF) verringern. Der Helmholtz-Validierungsfonds ergänzt bestehende Instrumente und Modelle. Er wird in den nächsten fünf Jahren mit 26 Mio. Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft ausgestattet, die Zentren tragen in gleicher Höhe zur Finanzierung der Vorhaben bei. Somit stehen über 50 Mio. Euro zur Verfügung, um anwendungsrelevante Forschungsergebnisse für Partner aus der Wirtschaft interessant zu machen oder über eine Ausgründung verwerten zu können, zum Beispiel durch Demonstratoren, Marktstudien oder präklinische Prüfungen.
Um über das Instrument und das Antragsverfahren zu informieren, organisiert die Helmholtz-Geschäftsstelle seit Anfang Oktober eine Roadshow durch alle Helmholtz-Zentren. Bis Anfang Dezember finden an allen Zentren Informationsveranstaltungen zum Helmholtz-Validierungsfonds statt, die durch Vorstellungen des ergänzenden Förderprogramms VIP des BMBF und des High Tech-Gründerfonds komplettiert werden. Dabei stehen der Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft, Dr. Rolf Zettl, und der Referent für Technologietransfer, Dr. Jörn Krupa, für Fragen zur Verfügung. In den bislang besuchten Zentren war das Feedback auf diese konzertierte Vorstellung der komplementären Finanzierungsinstrumente durchweg positiv.

Unter www.helmholtz.de/ausschreibungen finden Sie den restlichen Fahrplan der Roadshow, den Ausschreibungstext, den Leitfaden zur Antragstellung, Formulare für Vor- und Hauptantrag, dem Flyer und die drei Präsentationen der Veranstaltungsreihe. Eine Teilnahme ist für alle Interessierten möglich.

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