Hermann

Aus der Forschung

Prof. Jürgen Mlynek auf der Beckurtspreis-Verleihung. Bild: Karl Heinz Beckurts-Stiftung

Prof. Jürgen Mlynek auf der Beckurtspreis-Verleihung. Bild: Karl Heinz Beckurts-Stiftung

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Dr. Jörn Krupa

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Technologietransfer 02/2012

Verleihung der Karl-Heinz-Beckurts-Preise und Ankündigung der Innovation Days

Am 9. Dezember 2011 wurden die Karl-Heinz-Beckurts-Preise für wissenschaftlich-technische Leistungen, von denen wesentliche Impulse für die industrielle Innovationen ausgehen, verliehen. Diesmal wurden drei Forscher vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik bzw. der Technischen Universität Berlin geehrt, die maßgebliche Fortschritte auf dem Gebiet der Videokodierung ermöglicht haben. In seiner Festrede betonte Professor Dr. Jürgen Mlynek die Bedeutung der Forschung für den Wirtschaftsstandort Deutschland und ging auch auf das neue Format der Preisverleihung im kommenden Jahr ein. 

Die Beckurts-Preise werden von der Karl-Heinz-Beckurts-Stiftung 2012 im Rahmen der Abendveranstaltung der Innovations Days verliehen, die am 26. und 27. November in München stattfinden werden. Am 2. Tag wird der Partnering Day eine Plattform für ein direktes Partnering zwischen außeruniversitärer Forschung und Vertretern führender Unternehmen und Finanzierer bieten. Die Veranstaltung wird auf Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit der Siemens AG und den Partnern des Paktes für Forschung und Innovation durchgeführt.

Vier neue Ausgründungsvorhaben für eine Förderung durch Helmholtz Enterprise ausgewählt

Auf der Auswahlsitzung Ende letzten Jahres hat der Gutachterausschuss vier neue technologiebasierte Ausgründungsvorhaben zur Förderung empfohlen. Damit erhalten die Projekte im Rahmen des Förderinstruments Helmholtz Enterprise jeweils 100.000 Euro, um die kritische Startphase einer Ausgründung zu unterstützen. Mit der Kofinanzierung in gleicher Höhe aus den jeweiligen Helmholtz-Zentren stehen den Gründern bzw. ihren Instituten für ein Jahr Finanzmittel vornehmlich für Personalkosten zur Verfügung. Folgende Vorhaben werden gefördert:

  • Das Ausgründungsvorhaben CAROLA aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) konzentriert sich auf die Weiterentwicklung und Vermarktung von Partikelabscheidern für häusliche Biomassekessel. Der patentierte elektrostatische CAROLA-Abscheider für Feinstpartikel aus Kleinfeuerungsanlagen hat entscheidende Vorteile: Er ist kompakt, reinigt sich automatisch, funktioniert auch im Langzeitbetrieb und scheidet bis zu 90 % der entstehenden Rußpartikel ab, womit er die Emissionsgrenzwerte der neuen Bundesimmissionsschutzverordnung unterschreitet.

  • Das Zugkollisionsvermeidungssystem RCAS aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt bringt das aus der Luftfahrt bekannte TCAS-Verfahren als zusätzliches Sicherheitssystem auf die Schiene, wo eine derartige Technologie bislang fehlt. Es basiert auf dem Austausch von Informationen über Position und Geschwindigkeit durch direkte Zug-zu-Zug-Kommunikation. Das System verwertet die Daten, unterbreitet dem Zugführer Lösungsvorschläge oder greift steuernd in das Bremsverhalten ein. 

  • Das Vorhaben KairosENTEC aus dem Helmholtz Zentrum München entwickelt und vermarktet hochsensible Strahlungsmess- und Dosiswarngeräte für ionisierende Strahlung. Erstmals kann durch die neuen Geräte auch gepulste Röntgenstrahlung online gemessen werden und die aufgenommene Dosisrate in Echtzeit ermittelt werden, so dass eine Warnung und somit ein optimaler Schutz des Personals und der Patienten möglich ist. Die verwendeten Sensoren auf Halbleiterbasis sind sehr klein und zudem für andere Applikationen auch biokompatibel. Die Geräte lassen sich kostengünstig herstellen und sind leistungsfähiger als bestehende Produkte.

  • Ein radarbasiertes System zur Bestimmung von Seegangsparametern mit dem Namen 4SEAS ist die Ausgründungsidee von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Das offshore-taugliche Radarsystem, das Seegang und Wasserstand erfasst, ist gegenüber bislang verwendeten Bojen genauer und kostengünstiger. Es ist unempfindlich gegenüber Eisgang und erfasst auch geringe Wellenhöhen in der Nähe von Bauwerken. Damit kann ein sicheres Übersetzen auf z.B. Offshore-Windkraftanlagen ermöglicht werden.

Mit diesen vielversprechenden Vorhaben sind in den beiden Gutachtersitzungen 2011 insgesamt neun neue Gründungsvorhaben zur Förderung ausgewählt worden. Die Zahl der durch Helmholtz Enterprise seit 2005 geförderten Projekte steigt auf 67, über die Hälfte der Vorhaben wurden mittlerweile gegründet. Auffallend ist eine sehr gering Insolvenzquote der geförderten technologiebasierten Unternehmen. Insgesamt haben das Förderinstrument ca. 75 % aller Helmholtz-Ausgründungen in der Gründungsphase in Anspruch genommen. 

Helmholtz Enterprise geht weiter: Bis zum 16. April 2012 können Anträge aus den Helmholtz-Zentren eingereicht werden.

Weitere Informationen:

www.helmholtz.de/enterprise

www.helmholtz.de/enterprise-foerderprogramm

Erfolgreiche Ausgründungen mit Preisen geehrt

Auch 2011 haben Helmholtz-Ausgründungen Preise erhalten, die ihre Technologien und Unternehmensstrategien honorieren. Die folgenden Beispiele sind über Helmholtz Enterprise bzw. Vorgängerprogramme gefördert worden.

  • Ein Beispiel für ein erfolgreiches Helmholtz Enterprise-Projekt ist das im letzten Jahr geförderte Vorhaben iuvaris vom KIT. iuvaris hat mit seinem Geschäftsmodell im Bereich der Diagnose und Therapie durch medizinisch validierte Unterstützungssysteme sowie dem ersten Produkt iupen – ein Schreibgerät mit Sensorik und Software zur Analyse und Dokumentation – den 1. deutsch-französischen Innovationswettbewerb gewonnen.

  • Die VISOLAS GmbH, ebenfalls aus dem KIT, produziert und vermarktet organische Laserlichtquellen. Die präzisen und in ihrer Farbe einstellbaren Lichtquellen für die optische Spektroskopie sind günstiger und kompakter als etablierte Farbstofflaser. Die innovative Technologie wurde 2011 mit dem „Sonderpreis für die beste Forschungskommerzialisierung“ beim Hightech Award CyberOne ausgezeichnet. 

  • Die Phenospex GmbH, ein Spin-off des Forschungszentrums Jülich, nutzt neueste Technologien der Sensorik und Analyse für Optimierung in der Gartenbauproduktion, wodurch Kosten und Ressourcen gespart werden und eine umweltgerechtere Produktion von Pflanzen möglich wird. Für das PlantEye-System zur automatisierten Erfassung, Analyse und Dokumentation von physikalischen Pflanzenparametern hat das Unternehmen 2011 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den Deutschen Innovationspreis Gartenbau in der Kategorie Technik erhalten. 

  • Mit dem Deutschen Innovationspreises für Klima und Umwelt (IKU) 2011 wurde die Celitement GmbH ausgezeichnet. Das 2009 vom KIT, den vier Erfindern und der SCHWENK Zement KG gegründete Unternehmen entwickelt und vermarktet Celitement®, einen umweltschonenden und energiesparenden Zement. Dafür zeichneten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. das Unternehmen in der Kategorie Produkt- und Dienstleistungsinnovationen aus. 

  • Eine der erfolgreichsten Helmholtz-Spin-offs, die 2001 aus dem Helmholtz-Zentrum Berlin hervorgegangene Soltecture GmbH (bis 2011 Sulfurcell GmbH) konnte Anfang 2011 eine neue Finanzierungsrunde realisieren. Das Unternehmen hat 18,8 Mio. € von der Investorengruppe um Intel Capital, Vattenfall Europe, GDF Suez und die IBB-Beteiligungsgesellschaft erhalten, um neue Dünnschichtmodule auf Selenium-Basis zu entwickeln. Der Solarmodulhersteller mit über 200 Mitarbeitern hat sich mittlerweile als Anbieter innovativer Systemlösungen für Solares Bauen etabliert und wurde 2011 für diese Entwicklung von Frost & Sullivan als „Unternehmen des Jahres“ auf dem europäischem Photovoltaikmarkt ausgezeichnet. 

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