Aus der Forschung

In der Pilotanlage soll der umweltfreundliche Zement hergestellt werden. Bild: Celitement GmbH
Kontakt
Dr. Jörn Krupa
Stabsstelle Technologietransfer
Helmholtz-Geschäftsstelle Berlin
+49 30 206329-72
joern.krupa(at)helmholtz.de
http://www.helmholtz.de/technologietransfer
Weitere Informationen:
Technologietransfer 11/2011
Wissens- und Technologietransfer in der Helmholtz-Gemeinschaft – die aktuelle Bilanz
Innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft sind auch im zurückliegenden Jahr viele Menschen im Wissens- und Technologietransfer aktiv gewesen. Sei es über Publikationen und Vorträge, über Beiträge in Medien oder im Kontext der Politikberatung – der Transfer von Wissen in die Gesellschaft wird von Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern seit langem erfolgreich praktiziert. Hinzu kommen alle Aktivitäten im Technologietransfer, um Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Anwendung zu bringen. Besonders hervorzuheben sind für 2010 die 13 neuen Unternehmen, die mit der Unterstützung aus den Transferstellen der Helmholtz-Zentren und zu einem großen Anteil auch dank der Förderung durch das Programm „Helmholtz Enterprise“ aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds gegründet wurden.
Augründungen
Mit den 13 neuen Ausgründungen sind zwischen 2005 und 2010 insgesamt 58 spin-offs aus Helmholtz-Zentren entstanden. Die technologiebasierten Unternehmensgründungen stellen eine besonders werthaltige Form des Wissens- und Technologietransfers dar, denn neben der Überführung von Forschungsergebnissen in die Anwendung werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Ausgründungen nutzen dabei auf der Grundlage von Lizenz- und Nutzungsvereinbarungen Know-How, Patente und teilweise auch die besondere Forschungsinfrastruktur der Helmholtz-Zentren. Teilweise gehen die Helmholtz-Zentren Unternehmensbeteiligungen ein, wodurch sich für beide Seite Vorteile ergeben können: Verrechnung von Lizenz- und Nutzungsgebühren sowie ein Reputationsgewinn auf der spin-off-Seite, Beteiligung an der unternehmerischen Entwicklung auf der Seite des Forschungszentrums.
Die Celitement GmbH - Beispiel für eine erfolgreiche Ausgründung
Ein Beispiel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Gründern, Helmholtz-Zentrum und Privatwirtschaft ist die 2009 aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ausgegründete Celitement GmbH. Hier haben die Gründer, das KIT und der Industriepartner Schwenk Zement KG Anteile am Unternehmen. Gemeinsam gelang kürzlich ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Markteinführung des umweltfreundlichen Zements Celitement®: Am 11.Oktober 2011 wurde die neue Pilotanlage der Celitement GmbH auf dem Campus Nord des KIT eingeweiht. Mit der Anlage können täglich 100 Kilogramm des neuen Zements produziert werden, der bei der Herstellung bis zu 50% der Energie und der Kohlendioxidemissionen einspart.
Kooperationen, Patente, Lizenzierung
Neben den Ausgründungen sind für den Transfer in die wirtschaftliche Anwendung Kooperationen mit der Wirtschaft sowie Patentierung und Lizenzierung wichtige Transferkanäle. Insbesondere gemeinsame Forschungsprojekte mit Unternehmen – die verstärkt innerhalb von strategischen Partnerschaften und gemeinsamen Research Labs als langfristige Kooperationen angelegt sind – sowie die Auftragsforschung prägen diese Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft. 2010 wurden 2.800 dieser Projekte realisiert, die zu Einnahmen von 160 Mio. Euro aus der Wirtschaft führten. Hinzu kommt jedes Jahr noch eine dreistellige Anzahl von Verträgen zur Nutzung der besonderen Infrastruktur der Helmholtz-Zentren durch Unternehmen. Hinsichtlich der Verwertung von Technologien über die Anmeldung und Lizenzierung von Schutzrechten sind einige Kennzahlen 2010 konstant im Vergleich zu den Jahren zuvor. Dies betrifft v.a. die Anzahl der neuen Patentanmeldungen und der erteilten Patente, die seit langem um 400 schwankt, sowie die Anzahl laufender Lizenzen und Optionen, die sich über die Jahre von ca. 1.000 auf ca. 1.100 erhöht hat. Merklich gestiegen im Vergleich zum letzten Jahr sind die Einnahmen aus diesen Verträgen über Lizenzen und Optionen, die nun 16 Mio. Euro betragen. Das gesamte Schutzrechtportfolio von über 12.500 Schutzrechten ist zu einem Viertel lizensiert.
Kick-off-Veranstaltung von “Shared Services”
Um die erfolgreiche Bilanz noch weiter auszubauen, wird von Seiten der Helmholtz-Gemeinschaft neben den beiden Förderinstrumenten Helmholtz-Validierungsfonds und Helmholtz Enterprise auch das Modellprojekt „Shared Services“ finanziert. Die offizielle Kick-off-Veranstaltung dazu fand im September in der Geschäftsstelle Berlin statt. Durch „Shared Services“ – ein weiteres Element der Technologietransferstrategie der Helmholtz-Gemeinschaft – sollen die kleineren Technologietransfereinheiten von der Expertise größerer Transferstellen profitieren. Konkret können das Forschungszentrum Jülich und das Karlsruher Institut für Technologie durch die Förderung jeweils einen zentralen Ansprechpartner zur Verfügung stellen, der in den nächsten 3 Jahren Unterstützung in Fragen der Erfindungsbewertung / Patentstrategie (FZ Jülich) bzw. Ausgründungsberatung / Beteiligungsmanagement (KIT) leistet und auch die in größeren Zentren vorhandenen Expertennetzwerke vermitteln kann. Damit wird auch das Expertenwissen bezüglich interner Prozesse und Instrumente weitergegeben und so zu einer Stärkung der Technologietransferkapazitäten an den kleineren Zentren beigetragen. Aber auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Zentren können konkret von den erweiterten Beratungsangeboten von der Erfindungsmeldung bis zur Ausgründung profitieren.


