Karlsruher Institut für Technologie

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist am 1. Oktober 2009 aus dem Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe in der Helmholtz-Gemeinschaft und der Universität Karlsruhe hervorgegangen. Damit entstand eine der weltweit größten Forschungs- und Lehreinrichtungen mit dem Potential, auf ausgewählten Gebieten eine weltweite Spitzenposition einzunehmen. Die Forschungsschwerpunkte sind: Energie, Klima und Umwelt, NanoMikro, Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik, COMMputation, Mensch und Technik, Mobilitätssysteme, Neue und angewandte Materialien sowie Optik und Photonik.
Von der Zellforschung bis zur kosmischen Strahlung: die Forschungsgebiete
Das KIT ist in fünf Forschungsbereichen in die Programmstruktur der Helmholtz-Gemeinschaft eingebunden:
- Ein Ziel des KIT im Forschungsbereich Energie ist es, Kerntechnik-Kompetenz in Deutschland zu erhalten, zumal es in Deutschland kaum noch wissenschaftlich-technischen Nachwuchs auf diesem Gebiet gibt. Mit dem Programm Rationelle Energieumwandlung werden neuartige Verfahren der Energiegewinnung mit erneuerbaren Energieträgern oder der Einsatz von Supraleitern in der Energietechnik erprobt. So setzt das in Karlsruhe entwickelte bioliq®-Verfahren auf die Nutzung von Stroh und Holzabfällen zur Gewinnung von High-Tech-Treibstoffen oder Grundstoffen für die chemische Industrie. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Technologien für künftige Fusions-Kraftwerke. So wurden Komponenten für die Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald entwickelt und bereitgestellt. Auch das künftige europäische Fusionsexperiment ITER ist ohne Karlsruher Technologie nicht realisierbar.
- Nachhaltigkeit und Technik stehen im Vordergrund des Forschungsbereichs Erde und Umwelt in Karlsruhe. Dazu gehören Technologien für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen unserer Umwelt ebenso wie Systemanalyse und Technikfolgenabschätzung. Außerdem werden Fragen zu Atmosphäre und Klima beantwortet. Das Fernerkundungsgerät MIPAS zum Beispiel beruht auf einer Entwicklung des Forschungszentrums. Es ist eines der zehn großen Experimente an Bord des europäischen Umweltsatelliten ENVISAT. MIPAS misst gleichzeitig eine Vielzahl atmosphärischer Spurenstoffe, um beispielsweise die Ozon-Chemie aufzuklären. Eine Weiterentwicklung ist für eine künftige ESA-Mission vorgesehen. Weitere Themen sind der atmosphärische Wasserkreislauf, Aerosole oder die Untersuchung verschiedener Stockwerke der Atmosphäre.
- Die Forschung im Bereich Gesundheit schließlich widmet sich in Karlsruhe der Aufklärung von genetischen und nichtgenetischen Ursachen (wie Umwelt, Lebensbedingungen etc.) für die Entstehung komplexer Krankheiten. Wichtige Themen sind: Entstehung von Krebs, Entwicklung von Tumormetastasen und Steuerung der Embryonalentwicklung. Ein weiteres Arbeitsgebiet ist die Analyse von Proteinen, der Grundbausteine der Zellen.
- Die Astroteilchenphysik ist ein junges, interdisziplinäres Fachgebiet zwischen Elementarteilchenforschung, Astrophysik, Astronomie und Weltraumforschung und dem Forschungsbereich Struktur der Materie zugeordnet. Das KIT beteiligt sich am internationalen Pierre-Auger-Projekt in Argentinien, das Herkunft und Ausbreitung galaktischer kosmischer Strahlung bei höchsten Energien untersucht. Mit dem internationalen Tritium Neutrino-Experiment KATRIN, das im KIT aufgebaut wird, soll die Neutrinomasse vermessen werden. Mit GridKA wird das deutsche Rechenzentrum für die Versorgung der Hochenergie-Teilchenphysik mit höchster Rechenleistung aufgebaut.
- Das KIT forscht an Schlüsseltechnologien mit besonders großem Zukunftspotenzial wie der Mikrosystemtechnik, die Nanotechnologie und dem GRID-Computing. Das Nano-Valley Oberrheintal hat sich als führender Nanotechnologie-Standort in Europa etabliert. Mit Partnern aus der deutschen Industrie, der Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft sowie verschiedenen Universitäten wurde in Karlsruhe die strategische Allianz "NanoMat" geschlossen. In der Mikrosystemtechnik haben die Karlsruher Helmholtz-Wissenschaftler eine Spitzenstellung inne. Eines ihrer wichtigsten Instrumente ist die Synchrotronstrahlungsquelle ANKA. Anwender aus Wissenschaft und Industrie nutzen diese Großanlage für Analytik und Mikrostrukturierung. Im Programm wissenschaftliches Rechnen setzt das KIT auf GRID, ein globales Rechner- und Datennetz für die Wissenschaft. Mit GridKa betreibt das KIT einen Knoten dieses Netzwerks.
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Kaiserstraße 12,
76131 Karlsruhe
Campus Nord:
Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen
+49 7247 82-0
+49 7247 82-5070
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