Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)
Wie verhält sich Materie unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen? Wie können Tumorerkrankungen frühzeitig erkannt und wirksam behandelt werden? Wie nutzt man Ressourcen und Energie effizient und sicher? Im Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf arbeiten Forscherinnen und Forscher an Antworten auf diese Fragen.
Neue Materialien
Viele Wissenschaftler im HZDR beschäftigen sich damit, wie sich Materie unter extremen Bedingungen und in sehr kleinen Dimensionen verhält. Sie nutzen hohe Magnetfelder oder intensive Strahlen, um einerseits grundsätzliche Phänomene zu erforschen und andererseits Materialien mit hohem Potential für zukünftige Technologien besser zu verstehen und gezielt beeinflussen zu können. So dienen neuartige physikalische Ansätze etwa in den Bereichen Elektronik, Magnetismus oder Optik der Entwicklung fortschrittlicher Werkstoffe z. B. für neue Informationstechnologien sowie für ressourcen- und energieeffiziente Prozesse. Dabei werden mehrere Großgeräte genutzt, um genaue Einblicke in die Eigenschaften oder Strukturen von Materie zu gewinnen.
Krebsforschung
Das Dresdner Helmholtz-Zentrum arbeitet hier intensiv mit Kollegen der TU Dresden und des Universitätsklinikums Dresden im gemeinsam getragenen „National Center for Radiation Research in Oncology“ in Dresden, kurz OncoRay, zusammen. Mit dessen Partnerinstitut HIRO am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg besteht ebenfalls eine enge Kooperation. Im HZDR stehen drei Themen im Mittelpunkt: Die Wissenschaftler erforschen erstens radioaktive Arzneimittel für die Diagnose von Krebs und auf dieser Basis Substanzen für eine neue Krebstherapie der Zukunft. Zweitens entwickeln und verbessern sie innovative Verfahren zur Bildgebung in der Onkologie und drittens treiben sie die Teilchenbeschleunigung mit innovativen Laser-Technologien voran.
Nukleare Sicherheitsforschung
Um mögliche Störfälle in heutigen und zukünftigen Reaktoren zu verhindern bzw. zu beherrschen und um die Ausbreitung von Radionukliden an unterschiedlichen Endlager-Standorten genau vorhersagen zu können, müssen wir noch viel mehr über diese komplexen technologischen und ökologischen Prozesse wissen. Deshalb befassen sich die Dresdner Forscher mit den Wechselwirkungen von Radionukliden in der Umwelt sowie der Bewertung und Erhöhung der Sicherheit von kerntechnischen und verfahrenschemischen Anlagen und Prozessen.
Großgeräte für die Forschung
Das HZDR betreibt sechs teils einzigartige Großgeräte, die auch externen Nutzern aus Wissenschaft und Industrie zur Verfügung stehen.
- Die Strahlungsquelle ELBE – Forschung mit Neutronen, Positronen, Röntgen- und Gammastrahlung sowie Infrarot- bzw. Terahertz-Strahlung von zwei Freie-Elektronen-Lasern. Neben dem supraleitenden Elektronenbeschleuniger dient hier auch der ultrakurz gepulste DRACO-Laser der Beschleunigung von Teilchen.
- Das Hochfeld-Magnetlabor Dresden erzeugt die weltweit höchsten Magnetfelder für die Erforschung neuer supraleitender, magnetischer und halbleitender Materialien.
- Das Ionenstrahlzentrum – Energetischer Teilchenbeschuss für die Oberflächen-Funktionalisierung und -Analyse im europäischen Rahmen (Koordination des EU-Projekts SPIRIT).
- Die Rossendorf Beamline an der europäischen Synchrotronstrahlungsquelle (ESRF) in Grenoble wird zur Material- und Endlagerforschung genutzt.
- Mit der TOPFLOW-Anlage werden komplexe Strömungsphänomene unter realitätsnahen Bedingungen, wie sie in Kernreaktoren sowie in der Chemie- und Verfahrenstechnik vorkommen, untersucht.
- Krebsforschung im Verbund: das PET-Zentrum wird vom HZDR, dem Universitätsklinikum und der Technischen Universität Dresden betrieben.
Zukunftsprojekte
Der Freistaat Sachsen unterstützt derzeit drei große Zukunftsprojekte am HZDR, mit denen einmalige Experimentiermöglichkeiten für Forscher aus der ganzen Welt geschaffen werden. Mit einem vierten Bauprojekt wird die Krebsforschung am Zentrum erweitert.
- Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen zur Erforschung extremer Zustände der Materie (Petawatt-Laser, schmal- und breitbandige Terahertz-Quelle, Kopplung von DRACO-Laser und Strahlungsquelle ELBE)
- Erweiterung des Hochfeld-Magnetlabors Dresden als internationales Nutzer-Zentrum
- DRESDYN – Europäische Plattform für Dynamoexperimente und thermohydraulische Studien mit flüssigem Natrium
- Zentrum für radiopharmazeutische Tumorforschung
Außerdem baut das HZDR zusammen mit der TU Bergakademie Freiberg das Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie auf. Den Zuschlag dafür erteilte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Ende 2010.
Zahlen & Fakten
Das HZDR gehört seit 1.1.2011 zur Helmholtz-Gemeinschaft und hat vier Standorte in Dresden, Leipzig, Freiberg und Grenoble. Es wurde am 1.1.1992 gegründet, die Geschichte des Forschungsstandortes in Dresden-Rossendorf reicht jedoch bis 1956 zurück. Das HZDR hat etwa 800 Mitarbeiter – davon 380 Wissenschaftler inklusive 120 Doktoranden – und verfügt über eine Grundfinanzierung von rund 80 Mio. Euro (2011).
Kontakt

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Postfach 510119
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