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Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Umweltwirkungen Schiffsverkehr – Weniger Schadstoffe durch schwefelarme Treibstoffe

Etwa 90.000 Containerschiffe transportieren Waren kreuz und quer über die Ozeane und verbrennen dabei täglich bis zu einer Milliarde Liter Treibstoff. Angetrieben werden die großen Schiffsdiesel zumeist mit Schweröl, das bis zu 4,5 Prozent Schwefel enthält. Besonders in den eng besiedelten, küstennahen Gebieten und Häfen verursachen die resultierenden, schadstoffreichen Abgase eine unerwünschte Belastung für Mensch und Umwelt. DLR-Forscher vom Institut für Physik der Atmosphäre in Oberpfaffenhofen analysierten 2011, wie alternative Treibstoffe dieses Problem lösen könnten.

Kondensstreifen
„Ship Tracks“ (Kondensstreifen) zeigen sich auf Satellitenbildern als lang gestreckte Strukturen von tiefen Wolken über dem Meer, die nicht natürlichen Ursprungs sind. Sie entstehen durch Schwefeldioxidemissionen von großen Schiffen. Foto: DLR/NASA

Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem langjährigen Projekt SeaKLIM – Einfluss von Schiffsemissionen auf Atmosphäre und Klima – untersuchten Dr. Veronika Eyring und Kollegen, wie sich die Umweltbelastung mit einer Umstellung auf Biotreibstoffe oder auf so genanntes Marinedieselöl mit einem geringeren Schwefelanteil reduzieren ließe. Mit den verfügbaren Daten der Frachtschifffahrt simulierten sie mit ausgefeilten Computermodellen die Abgasbelastung der Atmosphäre. Ein Ergebnis: Der Verzicht auf Schweröl könnte entlang stark befahrener Routen die Konzentration an Sulfat-Aerosolen um bis zu 60 Prozent senken. Auch die Belastung der Luft mit Ruß und Schwefeldioxid ließe sich verringern, während das Niveau der emittierten Stickoxide und von Kohlenmonoxid weitgehend unverändert bliebe. Studien dieser Art bieten eine wichtige Datengrundlage für strengere Abgasregelungen im globalen Schiffsverkehr, die derzeit diskutiert werden. Vor allem für den Schwefelgehalt im Treibstoff will die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO schrittweise zwischen 2020 und 2025 niedrigere Grenzwerte einführen. Vorreiter bei dieser Entwicklung ist Europa, da schon seit dem 1. Juli 2010 für die Emissionssondergebiete Nord- und Ostsee der Grenzwert von einem Prozent Schwefel im Treibstoff oder in Schiffsabgasen eingehalten werden muss.

DLR/Red.