Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Umweltwirkungen Schiffsverkehr – Weniger Schadstoffe durch schwefelarme Treibstoffe

Aufbauend auf den Erfahrungen aus dem langjährigen Projekt SeaKLIM – Einfluss von Schiffsemissionen auf Atmosphäre und Klima – untersuchten Dr. Veronika Eyring und Kollegen, wie sich die Umweltbelastung mit einer Umstellung auf Biotreibstoffe oder auf so genanntes Marinedieselöl mit einem geringeren Schwefelanteil reduzieren ließe. Mit den verfügbaren Daten der Frachtschifffahrt simulierten sie mit ausgefeilten Computermodellen die Abgasbelastung der Atmosphäre. Ein Ergebnis: Der Verzicht auf Schweröl könnte entlang stark befahrener Routen die Konzentration an Sulfat-Aerosolen um bis zu 60 Prozent senken. Auch die Belastung der Luft mit Ruß und Schwefeldioxid ließe sich verringern, während das Niveau der emittierten Stickoxide und von Kohlenmonoxid weitgehend unverändert bliebe. Studien dieser Art bieten eine wichtige Datengrundlage für strengere Abgasregelungen im globalen Schiffsverkehr, die derzeit diskutiert werden. Vor allem für den Schwefelgehalt im Treibstoff will die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO schrittweise zwischen 2020 und 2025 niedrigere Grenzwerte einführen. Vorreiter bei dieser Entwicklung ist Europa, da schon seit dem 1. Juli 2010 für die Emissionssondergebiete Nord- und Ostsee der Grenzwert von einem Prozent Schwefel im Treibstoff oder in Schiffsabgasen eingehalten werden muss.
DLR/Red.
