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Helmholtz: Forschung für die Gesellschaft

Gemäß Ihrer Mission leistet die Helmholtz-Gemeinschaft mit Ihrer strategischprogrammatisch ausgerichteten Forschung Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft. Die Forschungsthemen der Helmholtz-Gemeinschaft, wie Energie, Klima, Mobilität und Gesundheit, sind im höchsten Maße gesellschaftlich relevant und bieten zugleich ein immenses Verwertungs- und Anwendungspotenzial.

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Helmholtz-Gemeinschaft, Innovation Days

Auf Basis der programmorientieren Förderung werden an den Helmholtz-Zentren Forschungsleistungen mit Anwendungsbezug (”use inspired basic research“) erbracht und die Umsetzung der Erkenntnisse zum Nutzen der Gesellschaft sowie die wirtschaftliche Verwertung über Innovationen im Markt angestrebt. Sowohl die Verwertung als gesellschaftlich relevante Anwendung des neu generierten Wissens als auch die ökonomische Verwertung im Sinne einer Kommerzialisierung von Technologien über Produkte und Dienstleistungen erfordern entsprechende Prozesse und Instrumente für einen professionellen Transfer in Gesellschaft und Wirtschaft. Daher bestehen an den Zentren verschiedene Infrastrukturen, die diesen Transfer unterstützen. So gibt es Service-Einrichtungen und Modellvorhaben, die zum Beispiel Politikberatung bei der Gestaltung der Energiewende betreiben, weltweit Erdbeben analysieren oder wichtige Klimadaten bereitstellen. Weiterhin unterstützen mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Technologietransferstellen der Helmholtz-Zentren den Übergang von anwendungsnahen Forschungsideen in die wirtschaftliche Verwertung.

 

Dies zeigt auch die Erfolgsbilanz der letzten Jahre:

  • Pro Jahr werden ca. 3.000 Kollaborationen mit der Wirtschaft durchgeführt. Diese reichen von Kooperationsprojekten mit kleinen und mittleren Unternehmen über langfristige strategische Partnerschaften mit Industrieunternehmen und klassische Auftragsforschung bis hin zur Nutzung der einzigartigen Großforschungsinfrastrukturen durch innovative Unternehmen. Zusammen werden aus diesen Verträgen mit der Wirtschaft pro Jahr ca. 160 Mio. Euro Einnahmen erzielt.
  • Es werden jährlich ca. 400 Patente und andere Schutzrechte angemeldet. Ein breites Portfolio von erteilten Patenten wird aktiv verwertet: Es gibt knapp 1.500 Verträge über Lizenzen und Optionen, die im Jahr 2011 knapp 16 Mio. Euro Lizenzerlöse generierten.
  • Weiterhin werden Ausgründungsprojekte unterstützt und Beteiligungen an Spin-offs eingegangen. 2011 waren beispielsweise 14 High-Tech-Gründungen aus Helmholtz-Zentren zu verzeichnen. Auch ein Vergleich mit der Fraunhofer-Gesellschaft, die seit 2005 durchschnittlich 13 Spin-offs pro Jahr vermelden konnte, belegt das grundsätzlich hohe Anwendungspotential der Helmholtz-Gemeinschaft.

Die Aktivitäten in den Technologietransferstellen werden
von der Gemeinschafts-Ebene intensiv unterstützt:

  • So gibt es mit Helmholtz Enterprise ein Instrument zur Ausgründungsförderung, mit dem seit 2005 über 70 Gründungsprojekte gefördert wurden.
  • Seit 2011 werden mit dem neuen Helmholtz-Validierungsfonds Projekte gefördert, die noch weitere Entwicklungsschritte benötigen, um eine Kommerzialisierbarkeit über Ausgründungen, Lizenzierungen oder Kooperationen mit Wirtschaftspartnern zu erreichen. Dabei ist das Programm so konzipiert, dass die Einnahmen aus den erfolgreich verwerteten Projekten in den Fonds zurückfließen und in neue Validierungsvorhaben investiert werden.
  • Beide Förderprogramme werden aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds finanziert; ebenso das Modellvorhaben ”Shared Services“. Hier werden zentrenübergreifend die besonderen Kompetenzen der großen Technologietransferabteilungen im Forschungszentrum Jülich im Bereich Erfindungsbewertung und IP-Strategie sowie des Karlsruher Instituts für Technologie im Bereich Ausgründungsunterstützung und Beteiligungsmanagement für die anderen Transferstellen verfügbar gemacht.
  • Damit wird die seit mehreren Jahrzehnten etablierte Zusammenarbeit im Rahmen des Arbeitskreises „Technologietransfer und gewerblicher Rechtsschutz“ auf eine neue Stufe gehoben und auch die erfolgreich praktizierte Kooperation lebenswissenschaftlicher Helmholtz-Zentren über den gemeinsamen Verwertungspartner Ascenion GmbH komplettiert. Im lebenswissenschaftlichen Bereich ist die Helmholtz-Gemeinschaft weiterhin am Life-Science-Inkubator beteiligt.
  • Des Weiteren werden durch die Geschäftsstelle regelmäßig Workshops mit Unternehmen wie BASF, Eon, Zeiss, Siemens und Roche organisiert sowie „Innovation Days“ etabliert, die als zentrale Verwertungsplattform dienen, um nachhaltig den Kontakt mit der Wirtschaft zu verbessern und Helmholtz-Technologien in den Markt zu bringen. Die Marketing- und Business Development-Aktivitäten werden ebenso von den Zentren forciert: Auch regional gibt es Veranstaltungen, Clusterbeteiligungen, institutionalisierte Netzwerke wie einen Business Club am KIT. Weiterhin werden Messen und andere Marketingkanäle genutzt, um möglichst viele Forschungsergebnisse gewinnbringend in die wirtschaftliche Verwertung zu transferieren.

DKFZ – mtm laboratories und Gardasil
Eine Ausgründung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die 1999 gegründete mtm laboratories AG, wurde 2011 an Roche veräußert, womit Erlöse in dreistelliger Millionenhöhe für die Gesellschafter verbunden waren. mtm war eine der ersten Ausgründungen, an der das DKFZ eine direkte Beteiligung hielt. Über einen kombinierten Lizenz- und Beteiligungsvertrag ist das Forschungszentrum sowohl am Erfolg beim Firmenverkauf oder Börsengang beteiligt als auch über produktbezogene Lizenzeinnahmen. Nachdem das Spin-off die klinischen Prüfungen des entwickelten Tests zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs auf Basis eines Krebsproteins erfolgreich bestanden hatte, wurde es attraktiv für einen großen Partner aus der Diagnostik- und Pharmaindustrie. Bereits mit den am DKFZ entwickelten Grundlagen für den Impfstoff Gardasil gegen Gebärmutterhalskrebs durch den Nobelpreisträger Prof. Dr. Harald zur Hausen konnten mehrere Mio. Euro an Lizenzeinnahmen generiert werden.

DLR – Lizenzvertrag und Auszeichnung
für Waldbrandfrühwarnsystem

Im DLR-Institut für Planetenforschung wurde ein Waldbrandfrühwarnsystem entwickelt, das Kameras verwendet, die ursprünglich für die Erkundung im Weltraum vorgesehen waren. Das Produkt wurde schließlich durch die Firma IQ wireless GmbH ab 2000 in den Markt gebracht, die seitdem über einen Lizenzvertrag erhebliche Einnahmen an das DLR weiterreichten. Mittlerweile kommt das Waldbrandfrühwarnsystem auch international, zum Beispiel in Spanien oder Australien zum Einsatz. Insgesamt werden so weltweit mit mehr als 280 Systemen ca. fünf Millionen Hektar Wald überwacht. Die Entwicklung wurde 2011 von der amerikanischen Space Foundation ausgezeichnet, da sie ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie Technologien aus der Weltraumforschung als Innovationen im Markt zum Nutzen der Gesellschaft wirken können.

DESY – MTCA .4 for Industries
Auch an den für die Helmholtz-Gemeinschaft typischen Großforschungsinfrastrukturen werden sowohl wissenschaftlich als auch wirtschaftlich verwertbare Ergebnisse entwickelt: In einem aktuellen Projekt des Helmholtz-Validierungsfonds werden zum Beispiel am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) neue Elektronikstandards nicht nur für die Nutzung in deutschen und europäischen Beschleunigersystemen, sondern auch für kommerzielle Anwender weiterentwickelt.

Auch die Beispiele verdeutlichen:

  • Die Helmholtz-Gemeinschaft erbringt Forschungsleistungen für gesellschaftlich relevante Themen und mit einem klaren Bezug zur Anwendung.
  • Um Forschungsleistungen systematisch in Anwendung und Verwertung zu transferieren, sind professionelle Service-Einrichtungen aufgebaut worden.
  • Die Kennzahlen belegen, dass die Anstrengungen erfolgreich sind.
  • Die Aktivitäten werden weiter systematisch und substanziell verstärkt, zum Beispiel im Bereich Validierung, Business Development und Marketing.

Dies zeigt, dass die Helmholtz-Gemeinschaft ihr besonderes Produkt Wissen nicht nur zum Wohle der Gesellschaft in die Anwendung bringt, sondern durch professionellen Technologietransfer und erfolgreiche Kommerzialisierung auch Einnahmen zu erzielen beabsichtigt.