Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Demenzversorgung muss verbessert werden


Diese Frage hat Prof. Dr. Rolf Holle vom Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen am Helmholtz Zentrum München mit Kollegen der Uniklinik Erlangen nun im Rahmen der IDA-Studie über vier Jahre untersucht. Dabei begleiteten die Forscher 390 Demenzpatienten, die noch im häuslichen Umfeld lebten. Sie testeten dabei unterschiedliche Unterstützungsangebote für die pflegenden Angehörigen im Vergleich zur Routineversorgung. Ein wichtiges Element dabei war die zugehende Angehörigenberatung durch speziell geschultes Personal. Nach Ablauf der vier Jahre zeigten sich jedoch keine signifikanten Unterschiede, weder bei der Belastung der Angehörigen, noch im Hinblick darauf, wann eine Einweisung ins Pflegeheim nötig wurde. „Diese methodisch nach hohem Standard durchgeführte Studie zeigt, dass es offenbar weitere Hindernisse gibt, die potentiell hilfreiche Interventionen unter Routinebedingungen in ihrer Wirksamkeit einschränken, hierzu gehören auch Akzeptanzschwellen seitens der Angehörigen“, sagt Holle. Deshalb müssen Unterstützungsangebote noch mehr auf die individuelle Pflegesituation zugeschnitten und zum richtigen Zeitpunkt angeboten werden, wenn man den Verbleib in der häuslichen Umgebung so lange wie möglich erhalten will.
Helmholtz Zentrum München/Red.
Verweise
Helmholtz Zentrum München
- Angehörige tragen Hauptlast der Versorgung zu Hause lebender Demenzkranker
- Initiative Demenzversorgung in der Allgemeinmedizin (IDA) am HMGU
- IDA-Folgeprojekt: Nettokosten dementieller Erkrankungen auf Basis von Krankenversicherungsdaten
- Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen
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