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Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

Wie stark verändert sich das Klima, wenn der Permafrost taut?

Weltweit ist rund ein Viertel der Erdoberfläche von Böden bedeckt, die ganzjährig gefroren sind. In Zentralsibirien kann der Boden sogar bis in eine Tiefe von über 1500 Meter gefroren sein. Die Wechselwirkung zwischen Klimawandel und Permafrost untersucht Prof. Dr. Hans Wolfgang Hubberten, der die Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) leitet.

Messeinrichtung
Langzeitmessungen der Energie und Wasserflüsse über einem See im Lena-Delta in Sibirien geben Auskunft zu Klimaveränderungen. Foto: Julia Boike/AWI
Langzeitmessungen der Energie und Wasserflüsse über einem See
Diese Messeinrichtung erfasst den Austausch von Energie- und Stoffströmen zwischen tiefer und höher gelegenen Luftschichten über dem Boden. Foto: Günther Stoof/AWI

Medien

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Wenn der Permafrost taut, werden Mikroorganismen aktiv und verwandeln im Boden gespeicherte Kohlenstoffverbindungen in Methan, Wasserdampf und Kohlendioxid, die den Treibhauseffekt verstärken. Bislang konnten diese Prozesse nur ansatzweise in den Klimamodellen berücksichtigt werden. Nun führen Teams aus 18 Partnereinrichtungen Bodenmessungen sowie Fernerkundungskampagnen durch, um in unterschiedlichen Regionen der Arktis zu erfassen, welche Mengen an Treibhausgasen beim Auftauen des Permafrosts freigesetzt werden. Das EU-Projekt PAGE 21 wird von Hubberten koordiniert. Das AWI-Team selbst verfolgt seit über 15 Jahren auf der deutsch-russischen Samoylow-Forschungsstation im Lena-Delta in Sibirien die Entwicklung. „Auch hier macht sich nun der Klimawandel deutlich bemerkbar, selbst in Tiefen von 18 bis 26 Metern wurde im gefrorenen Untergrund ein Temperaturanstieg von bis zu 0,5 Grad Celsius von 2006 bis 2011 gemessen “, sagt Hubberten. Die Ergebnisse dieser Forschung werden in den fünften Weltklimabericht der Vereinten Nationen einfließen.

AWI/Red.