Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Wasserforschung in Containern


Um zu verstehen, wie Süßwasser-Ökosysteme auf unterschiedliche Belastungen reagieren, haben UFZ-Forscher um Prof. Dr. Dietrich Borchardt, Prof. Dr. Markus Weitere und Dr. Helge Norf eine große mobile Mesokosmenanlage (MOBICOS) entwickelt. Sie besteht aus Containern, die gewässernah aufgebaut und mit Wasser gespeist werden: Dadurch entsteht ein „natürliches” Testsystem. „Das Oberflächenwasser wird im Container in verschiedene Versuchsbecken geleitet und kann dann dort untersucht oder experimentell – zum Beispiel durch die Zugabe von Nährstoffen oder Veränderung der Temperatur – manipuliert werden“, erklärt der Gewässerökologe Markus Weitere. In der MOBICOS-Anlage findet zum Beispiel eine Vergleichsstudie zur Ökologie der Körbchenmuschel (Corbicula fluminea) in Rhein und Elbe statt. Die Muschel filtriert Algen aus der Wassersäule und verhindert so deren übermäßiges Wachstum (Eutrophierung). Im Rhein kommt die Muschel in großen Mengen vor. In der Elbe ist sie hingegen relativ selten, obwohl beispielsweise das Nahrungsangebot und die Sedimente optimal sind. Ein identisches Experiment läuft auf der Ökologischen Rheinstation der Universität zu Köln, um die Frage beantworten zu können: Was sind die Ursachen für die unterschiedlichen Beiträge der Körbchenmuschel zur Ökosystemfunktion von Rhein und Elbe? Die Container werden auch im „Terrestrial Environmental Observatory“ der Helmholtz-Gemeinschaft (TERENO) genutzt, einer Langzeitstudie in vier Regionen Deutschlands, um die Entwicklung von Klima, Boden und Wasser aufzuzeichnen und so die Basis für verlässliche Modellprognosen zu schaffen.
UFZ/Red.
