Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung
Nordseesturmfluten im Klimawandel

Gemeinsam mit Ingenieuren von der Universität Siegen haben sie zudem den Anstieg des Meeresspiegels in der Deutschen Bucht analysiert und alle zuverlässigen Wasserstandsmessungen ausgewertet. „Wir möchten wissen, wie und warum sich die Stärke und Häufigkeit von Sturmfluten in der Vergangenheit verändert haben“, erklärt von Storch. Demnach ist der Meeresspiegel in der Deutschen Bucht um etwa 20 Zentimeter im letzten Jahrhundert gestiegen. Durch den Meeresspiegelanstieg in den letzten 50 Jahren würde eine Sturmflut wie in 1962, die große Teile von Hamburg unter Wasser setzte, heute noch etwa zehn Zentimeter höher auflaufen. Nicht verändert hat sich dagegen das Windklima. Es schwankt zwar von Jahr zu Jahr, doch bisher liegen die Schwankungen im normalen Bereich. Eine Sturmsaison bringt heute weder heftigere noch häufigere Stürme in der Deutschen Bucht hervor als zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern, vermuten die Geesthachter Küstenforscher. Auch der Meeresspiegel wird mit dem Klimawandel weiter steigen. Somit könnten Sturmfluten bis zum Ende des Jahrhunderts um etwa 30 bis 110 Zentimeter höher auflaufen als heute. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird der Hochwasserschutz noch bis etwa 2030 so wirksam sein wie heute, danach muss die Situation neu bewertet werden. Auf einer interaktiven Webseite, die das Norddeutsche Klimabüro des HZG unterhält, können sich Entscheidungsträger und Anwohner darüber informieren, ob in ihrer Region neue Maßnahmen für den Küstenschutz erforderlich sind.
HZG/Red.
