Forschungsbereich Erde und Umwelt
Die Aufgabe
Menschen beeinflussen ihre Umwelt zunehmend und in ganz besonderem Ausmaß: Klimawandel, Artenschwund und andere problematische Entwicklungen sind bereits seit Jahrzehnten zu beobachten und drohen natürliche Lebensgrundlagen des Menschen wie Trinkwasser oder fruchtbare Böden zu beeinträchtigen. Die zentrale Herausforderung für die Zukunft besteht daher in der Entwicklung von Strategien zur Vorsorge und des Umgangs mit Naturgefahren sowie dem Klimawandel, um eine nachhaltige und effiziente Nutzung mit einem langfristigen Schutz der Geo- und Ökosysteme zu vereinbaren. Zur Entwicklung von politischen Handlungsoptionen bedarf es schließlich einer Analyse der sozio-ökonomischen Folgen der genannten Aspekte.
Die Erd- und Umweltforschung untersucht die grundlegenden Funktionen des Systems Erde und die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Natur. Es geht darum, die komplexen Veränderungen von Erde und Umwelt im Detail zu verstehen und Prognosen zu erarbeiten. Die Vielfältigkeit der Fragestellungen erfordert eine effektive Nutzung der wissenschaftlichen Infrastruktur und neue Formen strategischer Forschungsverbünde innerhalb und über die Helmholtz-Gemeinschaft hinaus. Eine solche Kräftebündelung erfolgt national und international durch Kooperationen mit Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie beispielsweise über Virtuelle Institute sowie über die Fortentwicklung der Kooperation auf europäischer Ebene.
Ein wichtiger Forschungsverbund ist die Klimainitiative „Regionale Klimaänderungen“ (REKLIM). Sie bündelt die Kompetenzen verschiedener Helmholtz-Zentren in enger Kooperation mit Universitäten und außeruniversitären Arbeitsgruppen, um die regionalen Auswirkungen des globalen Klimawandels zu erforschen. Die Klimainitiative arbeitet außerdem eng zusammen mit den regionalen Helmholtz- Klimabüros (Süd-, Mittel- und Norddeutschland, Polargebiete und Meeresspiegelanstieg) und dem Climate Service Center als Kommunikationsplattformen für klimarelevante Fragen. Eine weitere Initiative mit starker Einbindung auch von universitären Partnern stellt die zukunftsweisende „Water Science Alliance“ dar, die die Kompetenzen in der deutschen Wasserforschung strategisch bündelt.
Von wachsender Bedeutung in der Helmholtz-Gemeinschaft sind Forschungsvorhaben, die auf internationaler Ebene zentren- und institutionsübergreifend sind. Die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und die University of Alberta, Kanada, haben daher eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Die für die nächsten Jahre geplante Zusammenarbeit beinhaltet Forschungsthemen wie die umweltverträgliche Nutzung von Ölsanden, die Abtrennung und geologische Speicherung von CO2 (CCS), die Geothermie, die Gewässer- und Bodensanierung sowie die Rekultivierung und Landschaftsgestaltung. In die Initiative bringen neben dem Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ – forschungsbereichsübergreifend – zunächst drei weitere Helmholtz-Zentren ihre Expertise ein: das Karlsruher Institut für Technologie, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ und das Forschungszentrum Jülich.
Eine weitere Aufgabe des Forschungsbereiches besteht in der Nachwuchsförderung. Kontinuierlich und meist in Kooperation mit externen Partnern werden die bestehenden Maßnahmen und Strukturen ausgebaut: im Bereich der Aus- und Weiterbildung die Graduiertenschulen und Helmholtz-Kollegs, im Bereich der eigenverantwortlichen Forschung die Nachwuchsgruppen. Im Forschungsbereich Erde und Umwelt werden derzeit zwei Graduiertenschulen („Helmholtz Interdisciplinary Graduate School for Environmental Research“ am UFZ mit sechs universitären Partnern und „Helmholtz-Graduate School for Polar and Marine Research“ am AWI mit drei universitären Partnern) sowie die „Helmholtz Research School on Earth System Science“ (AWI mit zwei universitären Partnern) und das Helmholtz- Kolleg "GeoSim" (GFZ mit zwei universitären Partnern) gefördert.
