Aktuelle Bilanz und Erfolgsbeispiele
Transferkanäle
Der Wissens- und Technologietransfer in der Helmholtz-Gemeinschaft umfasst Spielarten vom sogenannten „Transfer über Köpfe“ – also z.B. dem Wechsel eines Wissenschaftlers aus einem Helmholtz-Zentrum in ein Wirtschaftsunternehmen – über die Politikberatung und Weitergabe gesellschaftlich relevanter Erkenntnisse – beispielsweise in Form von Studien oder Veranstaltungen – bis hin zu Kooperationsprojekten und Lizenzvereinbarungen mit Unternehmen. Eine erfolgreiche Bilanz lässt sich im Hinblick auf den Transfer in die wirtschaftliche Anwendung präsentieren. In den drei Transferkanälen Kooperationen mit Unternehmen, Lizenzvereinbarungen und Ausgründungen zeugen die Zahlen, aber auch viele Erfolgsbeispiele von der engagierten Arbeit von Wissenschaftlern und Transferexperten der Helmholtz-Zentren.
Kooperationen und strategische Partnerschaften
Die Kooperationsformen reichen dabei von der Infrastrukturnutzung, über Dienstleistungen wie beispielweise Bauaufträge bis hin zu gemeinsamen Forschungsvorhaben. Eine für beiden Seiten besondere Kooperationsform ist die strategische Partnerschaft, bei der langfristige Allianzen zur Erforschung bestimmter Themen bzw. Technologien vereinbart werden. Allein im Jahr 2010 wurden innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft fast 2.800 Kooperationsprojekte mit Unternehmen realisiert, die zu Drittmitteleinnahmen von 160 Mio. € aus der Wirtschaft führten.
Beispiele erfolgreicher Kooperationen und strategischer Partnerschaften
Lizenzierungen
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Ein weiterer Weg des Transfers und der Verwertung von Technologien ist der Abschluss von Lizenzvereinbarungen oder Optionen für Schutzrechte. Schutzrechte sind in erster Linie gewerbliche Schutzrechte wie Patente oder Gebrauchsmuster. Diese werden von den Helmholtz-Zentren gehalten, da Erfindungen der Wissenschaftler nach dem Arbeitnehmererfindergesetz in der Regel den Forschungszentren gehören. Wenn die Zentren nach Eingang einer Erfindungsmeldung entscheiden, die Invention zum Patent o.ä. anzumelden, können auf die erteilten Schutzrechte verkauft oder auslizenziert werden. Dabei sind die Erfinder am Erlös der Verwertung beteiligt. Im Jahr 2010 wurden in den Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft Lizenzeinnahmen von über 16 Mio. EUR aus einem Gesamtbestand von über 1.000 Vereinbarungen erlöst. Jedes Jahr werden ca. 400 Anmeldungen von Schutzrechten getätigt und ähnlich viele Patente erteilt; der Gesamtschutzrechtsbestand der Helmholtz-Zentren liegt im Jahr 2010 bei ca. 12.500 Schutzrechten in über 4.000 Schutzrechtsfamilien.
Ausgründungen
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Ausgründungen bzw. spin-offs stellen ebenfalls einen Transferkanal dar, der zu wirtschaftlichen Anwendungen von Forschungsergebnissen über neue Produkt- und Serviceangebote führt. Gerade technologieorientierte und wissensbasierte Unternehmensgründungen stellen eine besonders werthaltige Form des Wissens- und Technologietransfers dar, da hier die wirtschaftliche Nutzung von Forschungsergebnissen mit den positiven Wachstums- und Arbeitsplatzimpulsen verbunden werden. Oft gründen Mitarbeiter von Helmholtz-Zentren auf Basis von Know-How bzw. Lizenzvereinbarungen neue Unternehmen aus. Nicht selten nutzen die spin-offs auf der Grundlage von Nutzungsvereinbarungen auch die Großforschungsinfrastruktur der Zentren zur weiteren Produktentwicklung. Bei einigen Unternehmensgründungen beteiligt sich das jeweilige Zentrum am Unternehmen, wodurch die Ausgründung finanzielle Ressourcen für Lizenzen oder Gerätenutzung spart und das Zentrum im Gegenzug am Unternehmenswachstum und kommerziellen Erfolg partizipieren kann. Zwischen 2005 und 2010 sind 58 Ausgründungen aus Helmholtz-Zentren zu verzeichnen.

