Helmholtz-Gemeinschaft

Flüchtiges fassen

Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
ALICE-Diffraktometer

Florin Radu inspiziert eine BaTiO3-Probe im ALICE-Diffraktometer. Foto: HZBmehr lesen

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) haben mit Kollegen aus Frankreich und Großbritannien entdeckt, dass zwei eigentlich unvereinbare Eigenschaften sogar bei Raumtemperatur gleichzeitig auftreten können. Sie zeigten dies an dünnen Schichten aus ferroelektrischem Bariumtitanat, das mit ferromagnetischen Eisen- oder Kobaltatomen bedeckt war.

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Berlin (HZB) haben mit Kollegen aus Frankreich und Großbritannien entdeckt, dass zwei eigentlich unvereinbare Eigenschaften sogar bei Raumtemperatur gleichzeitig auftreten können. Sie zeigten dies an dünnen Schichten aus ferroelektrischem Bariumtitanat, das mit ferromagnetischen Eisen- oder Kobaltatomen bedeckt war. Die Grenzschicht verhielt sich sowohl ferroelektrisch als auch ferromagnetisch, beobachteten Wissenschaftler am Berliner Elektronenspeicherring BESSY II des HZB. „Wenn man von außen eine Spannung anlegt und dadurch die Polarisation des Bariumtitanat-Films umkehrt, beeinflusst dies auch die Magnetisierung“, sagt HZB-Forscher Dr. Sergio Valencia. Das macht dieses Material für Speichermedien höchst interessant: „Denn bisher werden Daten über ein äußeres Magnetfeld auf Speichermedien eingeschrieben, was viel Energie verbraucht. Wenn die Kopplung zwischen den beiden Eigenschaften stark genug ist, könnte es gelingen, über ein elektrisches Feld die magnetische Ausrichtung zu beeinflussen. Dies würde gut 90 Prozent der Energie sparen“, erklärt Valencia. Bei schwacher Kopplung zwischen diesen Eigenschaften ließe sich dagegen ein Speichermedium entwickeln, das auf vier statt auf zwei Grundzuständen basiert.

HZB/Red.

Mediensammlung zum Thema

Verweise

HZB



09.01.2013

Kontakt

Dr. Ilja Bohnet

Forschungsbereichsbeauftragter Struktur der Materie

Helmholtz-Gemeinschaft

Telefon: +49 30 206329-68
ilja.bohnet (at) helmholtz.de


Abteilung Kommunikation und Medien

Helmholtz-Gemeinschaft

Telefon: +49 30 206329-57
presse (at) helmholtz.de