Helmholtz-Gemeinschaft

Schwere Elemente

An der Ionenfalle SHIPTRAP wurde die Masse des künstlichen Elements 102, Nobelium, mit höchstmöglicher Präzision gemessen. Foto: GSI/G. Otto
An der Ionenfalle SHIPTRAP wurde die Masse des künstlichen Elements 102, Nobelium, mit höchstmöglicher Präzision gemessen. Foto: GSI/G. Otto

Das bislang schwerste, offiziell anerkannte chemische Element besitzt die Ordnungszahl 112 und wurde am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entdeckt. Seit Februar 2010 trägt es endlich einen Namen: Copernicium, chemisches Symbol „Cn“, benannt nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus. Damit folgte die Chemikerunion IUPAC dem Namensvorschlag des internationalen Entdeckerteams um den GSI-Forscher Sigurd Hofmann.

Mit einem im Beschleuniger UNILAC erzeugten Strahl aus Zink-Ionen hatte das Team 1996 Bleifolien beschossen. Für einen kurzen Augenblick waren die Atomkerne zu einem neuen Element verschmolzen – dem Element 112, das die Wissenschaftler mit hochempfindlichen Nachweisverfahren identifizieren konnten.

Das Copernicium ist nur eine Zwischenetappe auf der Suche nach neuen Elementen. Das GSI setzt dabei auf verschiedene Strategien. So ist eine neue Messapparatur namens SHIPTRAP in der Lage, superschwere Ionen mit einer Gaszelle und einer so genannten Penningfalle einzufangen und zu speichern. Vor kurzem gelang es erstmals, Ionen der Elemente 102 (Nobelium) und 103 (Lawrencium) einzufangen und deren Massen genau zu vermessen. Gleiches könnte mit noch schwereren Atomsorten möglich sein, hoffen die Forscher.

Mit einer anderen neuen Apparatur, dem Separator TASCA, haben die GSI-Experten vor kurzem ein weiteres, superschweres Element nachgewiesen, das Element 114. Damit konnten die Forscher eine Entdeckung aus dem russischen Dubna reproduzieren – was die Chancen erhöht, dass die IUPAC das noch namenlose Element offiziell anerkennt. „Es ist die bislang schwerste Atomsorte, die wir in Darmstadt erzeugt haben“, sagt GSI-Abteilungsleiter Dr. Fritz Peter Hessberger. „In den nächsten Jahren werden wir versuchen, zu den Elementen 119 und 120 zu kommen.“ Ein Vorstoß in absolutes Neuland, denn diese Atomsorten warten noch auf ihre Entdeckung.

Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Im Teilchendetektor ALICE sollen Bleiatomkerne kollidieren, um einen Blick in das frühe Universum zu ermöglichen. Foto: CERN

Blick in die kosmische Ursuppe

Ende 2010 kommt ALICE: Der  büro-hausgroße, 10.000 Tonnen schwere Teilchendetektor ist darauf spezialisiert, die energiereichen Kollisionen der schnellen Bleikerne am CERN haarklein zu analysieren. Maßgeblich beteiligt sind Physiker des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt.

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Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Die Bohrungen für IceCube werden mit heissem Wasser in das antarktische Eis geschmolzen. Foto: J. Bolmont
Die Bohrungen für IceCube werden mit heissem Wasser in das antarktische Eis geschmolzen. Foto: J. Bolmont

Neutrinojagd am Südpol

„IceCube“ liegt am Südpol und besteht aus rund 5000 optischen Sensoren, an Drahtseilen bis zu 2,5 Kilometer tief ins Eis der Antarktis versenkt. Es ist das südlichste Großexperiment der Welt.

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Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Mit Röntgenabsorptionsspektroskopie untersuchen die HZB-Forscher die chemische Zusammensetzung der Magnetschichten. Foto: HZB/M. Setzpfand
Mit Röntgenabsorptionsspektroskopie untersuchen die HZB-Forscher die chemische Zusammensetzung der Magnetschichten. Foto: HZB/M. Setzpfand

Daten am Ende des Tunnels

Dr. Sergio Valencia und Dr. Florian Kronast vom Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) für Materialien und Energie sind genau wie Dr. Manuel Bibes und seine Kollegen von der französischen Forschungsorganisation CNRS zeigen mit ihrer Arbeit über die elektrische Steuerung von Elektronen-Spins einen Weg zur Entwicklung
schnell startender Computer mit niedrigem Stromverbrauch.

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Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Am Experimentierplatz des Berliner Forschungsreaktors durchleuchten Physiker die Proben mit Neutronen. Foto: HZB/A. Rouvière
Am Experimentierplatz des Berliner Forschungsreaktors durchleuchten Physiker die Proben mit Neutronen. Foto: HZB/A. Rouvière

Magnetische Monopole im Spin-Eis

In der Natur sind magnetische Monopole bislang nicht aufgefallen. Anders als elektrische Ladungen treten magnetische „Ladungen“ grundsätzlich nur als Dipole mit einem Nord- und einem Südpol auf. Die Entdeckung von magnetischen Monopolen im Herbst 2009 war daher eine Sensation.

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Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Flash erkundet neue Zustände von Materie

Gewöhnlich schimmert es silbrig matt – typisch Aluminium eben. Doch unter extremen Umständen kann das  Leichtmetall durchsichtig werden, zwar nicht für normales Licht, aber für weiche Röntgenstrahlung. Das hat ein internationales Physikerteam am Forschungszentrum DESY in Hamburg mit der Lichtquelle FLASH entdeckt.

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09.01.2013