Neutrinojagd am Südpol

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- Die Bohrungen für IceCube werden mit heissem Wasser in das antarktische Eis geschmolzen. Foto: J. Bolmont
Es ist das südlichste Großexperiment der Welt: „IceCube“ liegt am Südpol und besteht aus rund 5000 optischen Sensoren, an Drahtseilen bis zu 2,5 Kilometer tief ins Eis der Antarktis versenkt.
Die basketballgroßen Glaskugeln registrieren die Lichtsignale, die entstehen, wenn Neutrinos, geisterhafte Elementarteilchen, eine ihrer extrem seltenen Reaktionen mit normaler Materie eingehen. IceCube fungiert als Teleskop und soll Neutrinos aus fernen Winkeln des Weltalls beobachten.
Im Januar 2011 wird das Großprojekt nach jahrelangen Bauarbeiten fertig sein. Maßgeblich beteiligt sind Astroteilchenphysiker von DESY in Zeuthen.
Insgesamt 86 kilometertiefe Löcher müssen die Forscher mit einem speziellen Heißwasser-Bohrer bohren, um die mit Sensoren gespickten Drahtseile im antarktischen Eispanzer zu versenken. 79 Löcher sind seit Anfang 2010 fertig. Die restlichen sieben wollen die Physiker gegen Ende des Jahres schaffen, zu Beginn des antarktischen Sommers. „Doch schon mit dem halbfertigen Detektor konnten wir viele Messdaten nehmen“, sagt DESY-Physiker Dr. Christian Spiering.
Über zehntausend Neutrinos hat IceCube bisher registriert. Sie stammen aus der Erdatmosphäre, wo sie durch das Bombardement mit kosmischer Strahlung entstehen. In Zukunft hat es IceCube auch auf extraterrestrische Neutrinos abgesehen, die aus der Ferne des Weltalls kommen. „Ihr Nachweis würde neue Erkenntnisse über kosmische Extremereignisse bringen“, sagt Spiering. „Wir wollen erfahren, was in der Nähe schwarzer Löcher geschieht, wie sich eine Supernova-Explosion abspielt und wie kosmische Teilchenbeschleuniger funktionieren, die Kernteilchen auf ungeheure Energien bringen können.“






