Helmholtz-Gemeinschaft

Magnetische Monopole im Spin-Eis

Am Experimentierplatz des Berliner Forschungsreaktors durchleuchten Physiker die Proben mit Neutronen. Foto: HZB/A. Rouvière
Am Experimentierplatz des Berliner Forschungsreaktors durchleuchten Physiker die Proben mit Neutronen. Foto: HZB/A. Rouvière

In der Natur sind magnetische Monopole bislang nicht aufgefallen. Anders als elektrische Ladungen treten magnetische „Ladungen“ grundsätzlich nur als Dipole mit einem Nord- und einem Südpol auf. Die Entdeckung von magnetischen Monopolen im Herbst 2009 war daher eine Sensation.

Tatsächlich haben Dr. Jonathan Morris, Bastian Klemke und Professor Dr. Alan Tennant vom HZB ein faszinierendes Phänomen beobachtet: Sie untersuchten bei Temperaturen nahe am absoluten Nullpunkt die magnetischen Strukturen in einem Kristall aus Dysprosium-Titanat. Diese Verbindung zeichnet sich durch eine besondere Geometrie aus, die auch in gefrorenem Wasser zu finden ist. Während im Wassereis die Wasserstoffatome an den Ecken von Tetraedern platziert sind, sitzen im „Spin-Eis“ Dysprosium-Ionen an den Tetraederecken und richten ihre magnetischen Momente oder Spins im Raum aus.

Bei etwa einem Grad Kelvin über dem absoluten Nullpunkt bilden diese Spins lange, verschlungene
Ketten, so genannte Spin-Spaghetti, die die Forscher mit Hilfe von Neutronenstrahlen am Berliner Forschungsreaktor beobachten konnten. Unter einem äußeren Magnetfeld verhielten sich die Enden dieser Spin-Spaghetti wie einzelne magnetische Monopole, stellten sie fest. Eine einzelne Kette
aus magnetischen Momenten sei ein eindimensionales Objekt in einem dreidimensionalen Raum, erklärt Tennant.

Ab einer bestimmten Länge könnten die Enden dieser Ketten als frei betrachtet werden.
Genau genommen sind die jetzt nachgewiesenen magnetischen Monopole also keine neuen Teilchen, denn sie entstehen durch das Zusammenspiel einer enormen Anzahl von Atomen in einer speziellen Geometrie. „Sie verhalten sich aber wie eine neue Art von Teilchen“, sagt Tennant. Und ermöglichen so auch neue Einblicke in die Natur.

Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Im Teilchendetektor ALICE sollen Bleiatomkerne kollidieren, um einen Blick in das frühe Universum zu ermöglichen. Foto: CERN

Blick in die kosmische Ursuppe

Ende 2010 kommt ALICE: Der  büro-hausgroße, 10.000 Tonnen schwere Teilchendetektor ist darauf spezialisiert, die energiereichen Kollisionen der schnellen Bleikerne am CERN haarklein zu analysieren. Maßgeblich beteiligt sind Physiker des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Zum vollständigen Artikel 'Blick in die kosmische Ursuppe'

Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Die Bohrungen für IceCube werden mit heissem Wasser in das antarktische Eis geschmolzen. Foto: J. Bolmont
Die Bohrungen für IceCube werden mit heissem Wasser in das antarktische Eis geschmolzen. Foto: J. Bolmont

Neutrinojagd am Südpol

„IceCube“ liegt am Südpol und besteht aus rund 5000 optischen Sensoren, an Drahtseilen bis zu 2,5 Kilometer tief ins Eis der Antarktis versenkt. Es ist das südlichste Großexperiment der Welt.

Zum vollständigen Artikel 'Neutrinojagd am Südpol'

Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Mit Röntgenabsorptionsspektroskopie untersuchen die HZB-Forscher die chemische Zusammensetzung der Magnetschichten. Foto: HZB/M. Setzpfand
Mit Röntgenabsorptionsspektroskopie untersuchen die HZB-Forscher die chemische Zusammensetzung der Magnetschichten. Foto: HZB/M. Setzpfand

Daten am Ende des Tunnels

Dr. Sergio Valencia und Dr. Florian Kronast vom Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) für Materialien und Energie sind genau wie Dr. Manuel Bibes und seine Kollegen von der französischen Forschungsorganisation CNRS zeigen mit ihrer Arbeit über die elektrische Steuerung von Elektronen-Spins einen Weg zur Entwicklung
schnell startender Computer mit niedrigem Stromverbrauch.

Zum vollständigen Artikel 'Neutrinojagd am Südpol'

Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

Flash erkundet neue Zustände von Materie

Gewöhnlich schimmert es silbrig matt – typisch Aluminium eben. Doch unter extremen Umständen kann das  Leichtmetall durchsichtig werden, zwar nicht für normales Licht, aber für weiche Röntgenstrahlung. Das hat ein internationales Physikerteam am Forschungszentrum DESY in Hamburg mit der Lichtquelle FLASH entdeckt.

Zum vollständigen Artikel 'FLASH erkundet neue Zustände'

Einblicke in die Forschung: Struktur der Materie

An der Ionenfalle SHIPTRAP wurde die Masse des künstlichen Elements 102, Nobelium, mit höchstmöglicher Präzision gemessen. Foto: GSI/G. Otto
An der Ionenfalle SHIPTRAP wurde die Masse des künstlichen Elements 102, Nobelium, mit höchstmöglicher Präzision gemessen. Foto: GSI/G. Otto

Schwere Elemente

Das bislang schwerste, offiziell anerkannte chemische Element besitzt die Ordnungszahl 112 und wurde am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt entdeckt. Seit Februar 2010 trägt es endlich einen Namen: Copernicium, chemisches Symbol „Cn“, benannt nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus.

Zum vollständigen Artikel 'Schwere Elemente'

09.01.2013