Unterthema Neurowissenschaften

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Neurowissenschaftliche Forschungen und deren Ergebnisse führen zu neuen Einsichten und Handlungsmöglichkeiten im medizinischen aber auch nicht-medizinischen Kontext und gehen zugleich mit der Entwicklung und dem Einsatz neuer Technologien einher.
Fortschritte bei der Entwicklung von Biomarkern, insbesondere bei (funktionellen) bildgebenden Verfahren können neue diagnostische Möglichkeiten bei psychischen und neurologischen Erkrankungen eröffnen.
Neuroimplantate zur Stimulation und zum Ersatz abgestorbener Nervenzellen, Nanopartikel zur Überwindung der Blut-Hirn-Schranke oder mikrochipgesteuerte Minipumpen im medikamentösen Einsatz sind Forschungsfelder, die neue therapeutische Möglichkeiten eröffnen könnten. Solche Eingriffe und Verfahren können aber auch zu nicht medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Bildgebende Verfahren werden beispielsweise in ihrem Einsatz als „Lügendetektor“, Brain-Computer-Interfaces oder Psychopharmaka mit dem Ziel der „Verbesserung“ (Enhancement) des Menschen und der Veränderung seiner Persönlichkeit diskutiert.
Neurowissenschaftliche Entwicklungen bieten Chancen, bedürfen aber zugleich einer umfassenden interdisziplinären Reflexion. Dies betrifft nicht allein die Abschätzung und Bewertung potentieller Folgen, sondern generelle Fragen des individuellen und gesellschaftlichen Umgangs.
Ziel der Forschungsarbeiten:
- Analyse der sozialen Kontextualisierung der Neurowissenschaften unter dem Blickwinkel individueller Prozesse des Wahrnehmens, Verstehens, Bewertens und Entscheidens.
- Untersuchung grundlegender ethischer Herausforderungen der Neurowissenschaften.

