Helmholtz-Gemeinschaft

Wissenschaftskommunikation

Die Öffentlichkeit ist eine der Arenen, in denen wissenschaftliche Angebote und Forderungen auf gesellschaftliche Erwartungen treffen. Hier werden Verbindungen zwischen Wissenschaft und ihrer gesellschaftlichen Umwelt hergestellt. Das Feld der öffentlichen Wissenschaftskommunikation ist komplex und in Veränderung begriffen. Es ist beeinflusst von gegensätzlichen Kommunikationsmodellen und Zielen, von einer Vielzahl individueller und institutioneller Akteure, und von Entwicklungen im Mediensystem und neuen Formen der Wissenschaftssteuerung.

In diesem Unterthema befassen wir uns damit, wie sich die Wissenschaft an der öffentlichen Kommunikation beteiligt und wie wissenschaftliche Inhalte beim Übergang in die Öffentlichkeit transformiert werden. Außerdem interessieren uns die gesellschaftlichen Effekte öffentlicher Wissenschaftskommunikation sowie mögliche Rückwirkungen auf die Wissenschaft. Dazu werden drei Themenfelder bearbeitet, wobei der Schwerpunkt jeweils auf der Analyse der öffentlichen Kommunikation über Neurowissenschaften liegt:

  1. Schnittstelle von Wissenschaft und Medien: Bei der Herstellung der Öffentlichkeit spielen Massenmedien eine besonders wichtige Rolle. Wir untersuchen daher das Verhältnis von Wissenschaft und Journalismus in verschiedenen Forschungsfeldern, die Öffentlichkeitsstrategien wissenschaftlicher Akteure, die Wahrnehmung des medialen Bildes von Wissenschaft durch die Wissenschaftler sowie die Konsequenzen für den Forschungsprozess.
  2. Wissenschaftliche Evidenz und Unsicherheit: Die rationale Verwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse für Meinungsbildung und Entscheidungen setzt die Berücksichtigung von Unsicherheit voraus. Journalistische Darstellungen wissenschaftlicher Ergebnisse blenden diese Unsicherheit häufig aus. In manchen Fällen werden wissenschaftlich als sicher betrachtete Ergebnisse dagegen angezweifelt. Wir analysieren, wie journalistische Darstellungen wissenschaftlicher Unsicherheit und Kontroversen zustande kommen.
  3. Dialogische Wissenschaftskommunikation: Die Dominanz journalistischer Wissenschaftskommunikation ist nicht mehr unumstritten. Es gibt einen Trend zu Event-basierter direkter Wissenschaftskommunikation sowie die Erwartung, dass klassischer Wissenschaftsjournalismus durch interaktive Medien im Internet – Blogs, Wikis und Virtuelle Soziale Netzwerke – obsolet wird. Wir interessieren uns für das Potential und die Grenzen solcher dialogischer Kommunikationsformen, in denen Wissenschaftler und Wissenschafts-Pressestellen ohne journalistische Vermittlung direkt mit interessierten Laien in Verbindung treten.
09.01.2013

Kontakt

Sprecher

Prof. Dr. Peter Wiedemann, KIT

peter.wiedemann (at) mac.com

Beteiligte HGF-Zentren

FZJ