Helmholtz-Gemeinschaft

Ein Tank für Wasserstoff

Speicher gefüllt mit Leichtmetallhydriden sind sicher und relativ kompakt. Foto: GKSS
Speicher gefüllt mit Leichtmetallhydriden sind sicher und relativ kompakt. Foto: HZG

Wer Laptop oder Auto künftig mit Wasserstoff und einer Brennstoffzelle betreiben will, braucht einen möglichst kompakten Tank für das flüchtige Gas. Wissenschaftler um Dr. Martin Dornheim und Dr. Philipp Klaus Pranzas am GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht setzen auf chemische Speicher aus einem extrem feinen, gepressten Metallpulver.

Das Prinzip: Der gasförmige Wasserstoff strömt unter Druck in das nanostrukturierte Material und verbindet sich mit Metallatomen. Erhöht man die Temperatur, so löst sich die Verbindung wieder und das Gas kann  entweichen.

„Der Vorteil dieser Leichtmetall-Hydrid-Speicher ist, dass in ein geringes Volumen große Mengen Wasserstoff passen – mehr als in die heutigen Hochdruckspeicher“, erläutert Dornheim. „Außerdem ist der Wasserstoff chemisch gebunden, wir können also bei niedrigem Druck arbeiten und brauchen das Gas nicht zu  verflüssigen. Und die Methode ist sehr sicher, weil der Wasserstoff im Falle eines Unfalls nicht spontan freigesetzt werden kann.“

Das Be- und Entladen des Tanks mit Wasserstoff sollte dabei rasch möglich sein und nicht allzu hohe Temperaturen erfordern, am besten nur die Abwärme aus dem umgebenden Antriebssystem. Um das zu erreichen, kombinieren die Forscher verschiedene Leichtmetall-Hydride mit jeweils hoher Speicherkapazität miteinander. Als RHC – Reactive Hydrid-Composite – wurden sie bereits zum Patent angemeldet. Der Clou: Die unterschiedlichen Hydride reagieren miteinander und produzieren dadurch einen Teil der benötigten Reaktionswärme selber.

Um die Materialien weiter zu verbessern, nutzen Dornheim, Pranzas und Kollegen Experimente mit brillanter Röntgenstrahlung am Hamburger DESY und weiteren europäischen Synchrotronquellen sowie Neutronenstreumethoden und -tomografie. Bis Juni 2010 arbeiteten sie an der Geesthachter Neutronenforschungseinrichtung und zukünftig verstärkt an der Neutronenquelle FRM II in Garching. Sie lernen daraus nicht nur etwas über die Nanostruktur der Materialien, sondern können von außen in den Tank hinein sehen und sogar filmen, wie sich der Wasserstoff in seinem Inneren verteilt.

Einblicke in die Forschung: Schlüsseltechnologien

Leicht, leichter, Materialforschung

Die Gleichung ist einfach: Gelingt es, ein Fahrzeug um 200 Kilogramm leichter zu bauen, so verbraucht es einen Liter weniger Kraftstoff auf 100 Kilometern und stößt damit auch weniger Kohlendioxid aus. Im Kampf gegen überschüssige Kilos setzen die Konstrukteure von Autos und Flugzeugen daher auf leichtere Materialien, zum Beispiel auf Magnesium.

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Auf dem Weg zum Grünen Rechner

Computer und Rechenzentren tragen weltweit zu etwa sechs Prozent des elektrischen Energieverbrauchs bei – mit steigender Tendenz. „Hier können wir mit der Entwicklung ganz neuer Speicherkonzepte große Einsparungen erzielen“, sagt Professor Dr. Rainer Waser, Direktor des Instituts für Festkörperforschung am Forschungszentrum Jülich.

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Neuer Detektor für gefährliche Flüssigkeiten

Jülicher Physiker haben einen Prototypen eines Detektors entwickelt, der zuverlässig und blitzschnell zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen unterscheiden kann. Explosive
Flüssigkeiten oder flüssige Komponenten, aus denen sich an Bord eines Flugzeugs Sprengstoff herstellen lässt, können so in Bruchteilen einer Sekunde identifiziert werden.

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11.06.2013