Helmholtz-Gemeinschaft

Eine Supercomputer-Infrastruktur für ganz Europa

Ob für Klimamodellierungen, in der Molekularbiologie oder in der Materialforschung: Wissenschaftler brauchen Zugriff auf immer größere Rechenleistung, um komplexe Systeme realistisch zu simulieren. „Die großen Erkenntnissprünge der Zukunft werden mit Hilfe der Simulation Sciences entstehen“, erklärt Professor Dr. Dr. Thomas Lippert, Direktor des Jülich Supercomputing Centres (JSC) am Forschungszentrum Jülich. Das Helmholtz-Zentrum hat nicht nur mit dem IBM Blue Gene-Rechner JUGENE einen der leistungsstärksten Supercomputer der Welt aufgebaut, sondern treibt auch einen europaweiten Verbund voran: Im Projekt „Partnership for Advanced Computing in Europe“ bauen mittlerweile 16 Partnerländer eine gemeinsame Supercomputer-Infrastruktur für die Forschung auf. Im PRACE-Konsortium kooperieren Deutschland, England, Frankreich, Spanien, Finnland, Griechenland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden und die Schweiz. Hinzugekommen sind die Türkei und Irland. Der deutsche Vertreter in PRACE ist das Gauss Centre for Supercomputing, das die Aktivitäten der drei Höchstleistungszentren in Jülich, Stuttgart und Garching koordiniert.

Damit erhalten Forscher aus ganz Europa Zugriff zu Supercomputerleistung auf internationalem Spitzenniveau, wie sie nationale Rechenzentren nicht bieten können. Doch bis dahin gibt es noch viel zu tun: Hardware und Software sind europaweit aufeinander abzustimmen, Prototypen für künftige Supercomputer zu entwickeln und zu testen. Gleichzeitig wird die Installation des ersten Petaflop-Systems am Forschungszentrum Jülich vorbereitet. „Damit können unsere Wissenschaftler und viele europäische Kollegen ihre Führung auf dem Gebiet der Simulation Sciences weiter ausbauen. Das JSC unterstützt sie dabei durch Simulation Laboratories und Workshops“, erläutert Lippert.

Weitere Informationen:

www.prace-project.eu

09.01.2013