Helmholtz-Gemeinschaft

Ein Netz fängt die Datenflut aus der Teilchenphysik ein

Allein die vier wichtigsten Experimente ALICE, ATLAS, CMS und LHCb am Large Hadron Collider am CERN in Genf werden jährlich etwa 15 Millionen GigaByte an Daten und Simulationsdaten liefern. Diese Flut kann kein Rechenzentrum der Welt im Alleingang bewältigen. Daher werden in mehreren Ländern regionale Rechenzentren aufgebaut und über Hochgeschwindigkeitsleitungen vernetzt. Grid-Software sorgt für die automatische Daten- und Lastverteilung. In Deutschland hat das Forschungszentrum Karlsruhe diese Aufgabe übernommen. Mit dem Aufbau des Grid Computing Centre Karlsruhe, kurz GridKa, können die deutschen Elementarteilchengruppen auf Rechenleistung und Speicherkapazität zugreifen, um ihren Teil an der Datenanalyse der LHC-Experimente beizutragen.

GridKa beteiligt sich am weltweiten LHC Computing Grid Projekt als regionales Daten- und Rechenzentrum der Kategorie „Tier-1“ für die Experimente ALICE, ATLAS, CMS und LHCb. Forschergruppen aus Deutschland können GridKa jedoch auch nutzen, um ihre Experimente an anderen großen Teilchenbeschleunigern vom Fermilab oder CERN auszuwerten.

„Außerdem entwickeln und testen wir mit GridKa neue Technologien, die die Auswertung von Experimenten der Hochenergiephysik erleichtern“, erklärt Klaus-Peter Mickel, Direktor am Steinbuch Centre for Computing im Karlsruher Helmholtz-Zentrum, der GridKa koordiniert. „Dabei gewinnen wir Erkenntnisse und Erfahrungen, die auch für andere Wissenschaftszweige mit ähnlichem Rechenzeitbedarf und Datenaufkommen nützlich sein werden.“

09.01.2013