Helmholtz-Gemeinschaft

Elektrisches Bugrad spart Kerosin

Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Brennstoffzelle ATRA

Das DLR-Brennstoffzellensystem wurde zum Antrieb des elektrischen Bugrads in das Forschungsflugzeug ATRA eingebaut. Foto: DLRmehr lesen

DLR-Forschungsflugzeug ATRA

Das DLR-Forschungsflugzeug ATRA wurde zu Versuchszwecken mit einem elektrischen Bugrad ausgestattet, das durch eine Brennstoffzelle angetrieben wird. Foto: C. Brinkmann/Airbus Foto/Grafik: AIRBUS OPERATIONS.

Weltweit lassen heute alle Passagierflugzeuge auch am Flughafen ihre Turbinen laufen, um zwischen Landebahn und Gate zu rollen. Allein auf dem Frankfurter Flughafen werden so täglich etwa 44 Tonnen Kerosin verbrannt. Mit einem elektrisch betriebenen Bugrad, das am DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart zusammen mit der Airbus Deutschland GmbH und der Lufthansa Technik AG entwickelt wurde, ließe sich dieser Treibstoff einsparen.

Mit Strom aus einer Brennstoffzelle gespeist, belegte im Juni 2011 ein erster Rollversuch eines Airbus A320 auf dem Hamburger Flughafen erfolgreich die Machbarkeit dieses Antriebs. Weniger Kerosin, weniger Lärm und eine geringere Belastung der Luft mit Abgasen sind die zentralen Vorteile des kraftvollen Elektromotors in Zusammenarbeit mit der Brennstoffzelle. „Das Interesse an unserer Technologie ist sehr groß und wir sind selbst überrascht, wie schnell die Idee aufgenommen wurde“, sagt DLR-Projektleiter Dr. Ing. Josef Kallo. So rechnet er damit, dass ein elektrisch betriebenes Bugrad in fünf bis sieben Jahren eingeführt werden könnte. Vorerst wird es wohl mit Strom aus einem bordeigenen, mit Kerosin betriebenen Generator, der APU (Auxiliary Power Unit), versorgt werden. Doch danach könnte sich auch die Brennstoffzelle, die Strom aus Wasserstoff gewinnt, nach und nach durchsetzen. Die Fluggesellschaften werden damit nicht nur teuren Treibstoff einsparen können. Da die Flugzeugturbinen schon früher nach der Landung abgeschaltet werden könnten, ließen sich deren Betriebszeiten jährlich um bis zu 900 Stunden verkürzen und so Wartungsintervalle strecken. Sollte in Zukunft der Bordstrom mit Brennstoffzellen gewonnen werden, könnte zusätzlich das bei der Umwandlung von Wasserstoff entstehende Wasser in die Bordtanks fließen. Weniger Wasser müsste so am Boden in die Tanks gefüllt werden und das Startgewicht des Jets ließe sich für eine weitere Treibstoffersparnis senken.

DLR/Red.

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DLR



25.07.2014