Helmholtz-Gemeinschaft

Szenarien zum Schiffsverkehr

Die internationale Schiffahrt belastet durch veraltete Antriebstechnik und Abfallöl die Umwelt fast ebenso stark wie der Luftverkehr. Beiden Transportformen ist zudem gemeinsam, dass die Schadstoffe in einem Gebiet emittiert werden, das ansonsten keine anthropogenen Emittenten aufweist. Das belegen Studien des Instituts für Physik der Atmosphäre im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Dr. Veronika Eyring leitet dort eine Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe, die im Forschungsprojekt SeaKLIM (Einfluss von Schiffsemissionen auf Atmosphäre und Klima) zusammen mit der Universität Bremen Umwelteffekte des Schiffsverkehrs untersucht.

Ihre Ergebnisse zeigen: Im Jahr 2000 haben Schiffsmotoren rund 800 Millionen Tonnen CO2 oder 2,7 Prozent aller anthropogenen CO2-Emissionen emittiert; der Anteil an Stickoxiden (NOX) liegt bei 15 Prozent und an Schwefeldioxid (SO2) bei 8 Prozent. Der jährliche Treibstoffverbrauch der internationalen Schifffahrt ist zudem zwischen 1950 und 2000 um den Faktor 4,3 auf inzwischen rund 280 Millionen Tonnen gestiegen. Die Forschergruppe hat in verschiedenen Szenarien gezeigt, dass sich die CO2- und SO2-Emissionen der Schifffahrt bis zum Jahr 2050 im Vergleich zur Gegenwart noch verdoppeln könnten, durch entsprechende Maßnahmen und wirksame Strategien sich jedoch die Situation deutlich verbessern ließe. Sollte nicht gegengesteuert werden, könnten die Stickoxid-Emissionen bald die heutigen Emissionen des weltweiten Straßenverkehrs übertreffen.

11.06.2013