Helmholtz-Gemeinschaft

Spezialflugzeug für die Atmosphärenforschung

„Die Ausstattung mit eigens entwickelten Messinstrumenten und die enorme Leistungsfähigkeit des Forschungsflugzeugs HALO sind weltweit einzigartig“, sagt Dr. Helmut Ziereis, der die Arbeiten um HALO am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt koordiniert. HALO steht für „High Altitude and Long Range Research Aircraft“. Mit einer Flughöhe von über 15 Kilometern und einer Reichweite von über 10.000 Kilometern kann HALO Messungen in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre durchführen und das auch in extrem abgelegenen Regionen.

Diese Regionen waren zuvor nur durch Mess-Sonden punktuell erreichbar. Seit Jahren haben DLR-Experten am Standort Oberpfaffenhofen die ersten Missionen vorbereitet, in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus den Helmholtz-Forschungszentren in Karlsruhe, Jülich und Potsdam, Max-Planck-Instituten, Hochschulen und der Leibniz Gemeinschaft. Die Atmosphärenforscher wollen chemische Reaktionen, Transportprozesse und Wolkenbildung in der Troposphäre erfassen und analysieren. Diese Prozesse entscheiden nicht nur über die globale Luftverschmutzung und den Ozonabbau, sondern fließen auch in Klimamodellierungen ein.

Mit HALO sollen auch die großräumigen Konvektionsströme untersucht werden, die das regionale Wettergeschehen bestimmen und die sich mit dem Klimawandel deutlich verändern. Auch die Auswirkungen von Flugzeugen, die in großen Höhen fliegen, sind bislang kaum untersucht, zum Beispiel die Frage, ob und wie Kondensstreifen in der oberen Troposphäre die Eiswolkenbildung fördern. „Bevor HALO allerdings für die Wissenschaft abheben kann, müssen zunächst die komplexen Außenanbauten am Flugzeug, die wichtige Messgeräte enthalten, im Flug erprobt und zugelassen werden“, so Ziereis. Diese Prüfungen finden im Herbst 2009 statt, ab 2010 kann HALO für die Forschung fliegen.

www.halo.dlr.de

11.06.2013