Helmholtz-Gemeinschaft

Hinter dem Schleier der Venus

Die Venus ist heiß, im Durchschnitt 460 Grad Celsius und selbst auf den Gipfeln der höchsten Berge ist es gerade mal 30 Grad kühler. Doch viel mehr weiß man noch immer nicht, denn die Venus verhüllt sich mit einem rund 100 Kilometer dicken Schleier aus reinem Kohlendioxid, undurchsichtig für die meisten Frequenzen des Lichts. Dr. Jörn Helbert vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt ist gerade dabei, hinter diesen Schleier zu schauen: Denn seit gut einem Jahr umrundet die ESA-Sonde Venus-Express die Venus, an Bord ist das Spektrometer VIRTIS, das teilweise am DLR in Berlin entwickelt wurde. Helbert und seine Kollegen haben eine Datenpipeline für die automatische Auswertung der VIRTIS-Daten entwickelt. VIRTIS besitzt insgesamt 120 optische Kanäle, die mit präzisen elektromagnetischen Frequenzen arbeiten, drei dieser Kanäle blicken durch die winzigen "optischen Fenster" der Treibhausschicht bis zum Boden. Aus den thermischen Signalen, die vom Boden emittiert werden, kann Helbert die Oberflächentemperatur genau messen und die Morphologie abtasten. Insbesondere will er nun herausfinden, ob es auf der Venus aktive Vulkane gibt, die auch heute noch die Gestalt des Planeten verändern. Seine Messungen kann er nun sogar durch die Daten ergänzen, die die amerikanische Raumsonde Messenger auf dem Weg zum Merkur beim Vorbeiflug an der Venus liefert - "eine einmalige Chance", meint der Planetenexperte.

09.01.2013