Helmholtz-Gemeinschaft

Fliegendes Internet

Als Passagier während des Flugs zu telefonieren oder im Internet zu surfen, ist ohne die nötigen technischen Voraussetzungen nicht ungefährlich, denn Funksignale von mobilen Geräten können unter bestimmten Voraussetzungen den Funkverkehr der Piloten oder die Bordelektronik stören. Auch Piloten haben derzeit keinen Zugriff auf neue Kommunikationsmedien und kommunizieren mit Fluglotsen überwiegend über analogen Sprechfunk sowie über kurze Textnachrichten der Größenordnung einer SMS.

Das soll sich ändern: Unter Führung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt läuft das europäische Forschungsprojekt „Networking the Sky“, kurz NEWSKY, das Flugzeuge, Satelliten und Bodenstationen in einem auf Internet- Technologien basierten Netzwerk verbinden soll. Ingenieure von Thales Alenia Space, QinetiQ, Frequentis, Triagnosys, der Deutschen Flugsicherung sowie der Universität Salzburg arbeiten mit an der Vision eines „vernetzten Himmels“. „Wir brauchen neue Kommunikationsmöglichkeiten in der Flugführung, um die hohen Sicherheitsstandards bei wachsendem Flugverkehr zu erfüllen und die Umweltbelastung durch optimierte Flugbahnen zu reduzieren“, so Projektleiter Dr. Frank Schreckenbach. Piloten sollen zuverlässig mit den Fluglotsen kommunizieren und Informationsdienste wie Wetter- oder Verkehrsdaten empfangen können. Und zwar überall, in abgelegenen Gebieten über Ozeanen und Polarregionen genauso wie in dicht besiedelten Regionen.

Das Konzept von NEWSKY ist modular: Es baut auf vorhandenen Technologien für Internet, Mobilfunk oder Cockpitkommunikation auf und kann neue Kommunikationstechnologien einfach integrieren. Dabei müssen Piloten automatisch „Datenvorfahrt“ bekommen, damit nicht etwa ein Video aus dem Web die Übertragung von wichtigen Daten für das Cockpit blockiert. „In etwa zehn Jahren werden sowohl Passagiere als auch Piloten alle Möglichkeiten des Internets auch während des Flugs nutzen können“, so Schreckenbach.  

11.06.2013