Den europäischen Forschungsraum gestalten
Die Helmholtz-Gemeinschaft trägt dazu bei, einen europäischen Forschungsraum zu schaffen, der die wissenschaftliche, technologische und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas erhält und stärkt. Diesen Forschungsraum will die Helmholtz-Gemeinschaft als treibende Kraft mitgestalten. Durch das Büro Brüssel kann die Helmholtz-Gemeinschaft Kooperationen auf europäischer und internationaler Ebene intensivieren und ausbauen sowie Forschungs- und Geschäftsaktivitäten im europäischen Umfeld verstärkt entwickeln. Die Helmholtz-Zentren können sich so zudem stärker an europäischen Forschungsvorhaben beteiligen.
Durch ihre Beteiligung an Ausschreibungen im 6. Forschungsrahmenprogramm hat sich die Helmholtz-Gemeinschaft bereits aktiv an der Gestaltung des Europäischen Forschungsraums beteiligt. Im 7. Forschungsrahmenprogramm wurden diese Aktivitäten erfolgreich fortgesetzt.
Mit ihren Kooperationen innerhalb des europäischen Forschungsraums kann die Helmholtz-Gemeinschaft überdurchschnittliche Erfolge für sich verbuchen: Die Erfolgsquote der Anträge von Helmholtz-Wissenschaftlern bei der Europäischen Kommission betrug im sechsten Forschungsrahmenprogramm etwa 36 Prozent gegenüber dem europäischen Durchschnitt von zirka 22 Prozent und dem nationalen Durchschnitt von 24 Prozent. Die meisten Fördermittel wurden in den Bereichen Gesundheit und Forschungsinfrastrukturen eingeworben, gefolgt vom Bereich Luft- und Raumfahrt.
European Strategy Forum on Research Infrastructures
Das "European Strategy Forum on Research Infrastructures" (ESFRI) hat 35 Großforschungsprojekte identifiziert, die für die europäische Forschungsinfrastruktur in den nächsten Jahrzehnten von großer Bedeutung sein werden. Bei etwa der Hälfte der nun ausgewählten Projekte sind Helmholtz-Zentren beteiligt, ein Beleg für die tragende Rolle, die Helmholtz-Großforschungsvorhaben für Europa spielen. Wichtige Ziele auf der nun erarbeiteten Roadmap für die Zukunft Europas sind zum Beispiel der europäische Freie-Elektronen-Röntgenlaser XFEL, der Teilchenbeschleuniger FAIR und das Forschungsschiff "Aurora Borealis". Alle drei Großforschungsprojekte werden unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft geplant und sind auch bereits vom deutschen Wissenschaftsrat positiv bewertet worden. Diese Projekte können nicht allein durch Bund und Länder finanziert werden, sondern nur in internationaler Kooperation.
Der europäische Freie-Elektronen-Röntgenlaser XFEL wird beim Helmholtz-Zentrum DESY in Hamburg aufgebaut und völlig neue Einblicke in das Geschehen auf molekularer und atomarer Ebene ermöglichen. Durch die extrem kurzen und hochenergetischen Lichtblitze lassen sich zum Beispiel chemische Reaktionen filmen oder biologische Prozesse in der Zelle beobachten.
Der Bau der Ionenbeschleunigeranlage FAIR an der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt wird für das Verständnis des atomaren Aufbaus der Materie von Bedeutung sein. Die "Aurora Borealis" soll unter Federführung des Helmholtz-Zentrums Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung entwickelt werden und die ganzjährige Erforschung der Arktis ermöglichen. Der Eisbrecher wird eine Tiefseebohranlage und Labortechnik an Bord haben, um vor Ort Tiefbohrungen auszuführen.
Von den insgesamt 35 Projekten sind Helmholtz-Zentren auch an 13 weiteren Projekten beteiligt. Insgesamt sind also 16 von 35 Zielen auf der Roadmap ganz oder wesentlich durch Helmholtz-Zentren getragen. In der Roadmap wird außerdem auf die Teilchenphysik-Projekte des CERN Strategy Council verwiesen (Large Hadron Collider und International Linear Collider), an denen das DESY ebenfalls beteiligt ist.
Weitere Informationen:
Der ESFRI-Bericht im Netz: http://cordis.europa.eu/esfri/home.html
Projekte mit Helmholtz-Beteiligung auf der veröffentlichten Roadmap:
Aurora Borealis (AWI): European Polar Research Icebreaker
EMSO (AWI): Multidisciplinary seafloor observatory
EURO-ARGO (AWI): Ocean observing buoy system
EU-FAR (AWI): Long range tropospheric aircraft
XFEL (DESY): Hard X-ray Free Electron Laser
IRUVX-FEL (DESY): Infrared to soft X-rays complementary Free Electron Lasers
IAGOS (FZJ): Climate Change Observation from aircrafts
EU-HPC (FZJ): Integrated European High Power Computing
ESRF-Upgrade (FZJ): Upgrade of the European Synchrotron Radiation Facility,
ESS (FZJ, Hemholtz-Zentrum Berlin): European Spallation Source for Neutron spectroscopy
IFMIF (KIT): International Fusion Materials Irradiation Facility
INFRAFRONTIER (Helmholtz Zentrum München): Distributed Infrastructure for archiving and phenotyping of mice as models for studying human diseases
European Biobanking (Helmholtz Zentrum München)
LIFE-WATCH (Helmholtz Zentrum München): Infrastructure for research on the protection, management and sustainable use of biodiversity
FAIR (Helmholtz Zentrum München)
Facility for Antiproton and Ion Research
EATRIS (HZI, DKFZ, Helmholtz Zentrum München): Netzwerk aus Translationszentren

