Archiv: Einblicke in den Forschungsbereich Gesundheit (2011)
Castingshow im Lymphknoten
Dringt ein Krankheitserreger in unseren Körper ein, bereitet das Immunsystem sofort eine passende Abwehrreaktion vor. Ein wichtiger und bisher nicht vollständig aufgeklärter Teil der Vorbereitung ist die Bewegung der Immunzellen im Lymphknoten. Auf den ersten Blick scheinen die Zellen einfach planlos umherzuwandern. Daher haben Experten vielfach diskutiert, ob dahinter überhaupt ein System steckt. Wissenschaftler vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) haben nun die Bewegung der sogenannten B-Zellen im Lymphknoten berechnet und ein interessantes Phänomen aufgedeckt:Vermeidbare Risikofaktoren für Brustkrebs quantifiziert
Eine Hormonersatztherapie zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden und mangelnde Bewegung verursachen zusammen fast jede dritte Brustkrebserkrankung nach den Wechseljahren. Zu diesem Ergebnis kam eine epidemiologische Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf an über 3000 Patientinnen und über 6000 Kontrollpersonen. Gefördert wurde die Studie im Wesentlichen von der Deutschen Krebshilfe.weiterlesen "Vermeidbare Risikofaktoren für Brustkrebs quantifiziert"
Blutdruckregler in der Leber entdeckt - Warum durch Wassertrinken der Blutdruck steigt
Allein das morgendliche Aufstehen kann für Menschen, die an einer speziellen Blutdruckerkrankung leiden, schon gefährlich werden. Sobald sie sich nach dem Liegen aufrichten und damit eine aufrechte Körperhaltung (Orthostase) einnehmen, sinkt ihr Blutdruck dramatisch ab (Hypotonie). Ihnen wird schwindelig und sie können bewusstlos werden, was nicht selten mit Stürzen oder gefährlichen Verletzungen einhergeht. Ihr Krankheitsbild wird daher auch orthostatische Hypotonie genannt. Ein Glas Wasser kurz vor dem Aufstehen kann den plötzlichen Blutdruckabfall aber schon verhindern. Das fand der Internist Professor Dr. Jens Jordan bereits vor zehn Jahren eher zufällig in Zusammenarbeit mit Ärzten von der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee heraus. Nun wissen MDC-Experten mehr über dieses Phänomen.Hoher Cholesterinspiegel genetisch bedingt
Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustein: Jede einzelne Körperzelle benötigt das fettähnliche Molekül für den Aufbau ihrer Zellmembran und auch für die Herstellung von Hormonen ist Cholesterin essentiell. Zum größten Teil produziert der Körper das benötigte Cholesterin selbst. Der Rest wird über die Nahrung aufgenommen, in der Leber gespeichert und von dort aus zur Versorgung umliegender Gewebe ins Blut abgegeben. Aber auch für Cholesterin gilt: Die Dosis macht das Gift. Denn wenn durch ungesunde Ernährungsgewohnheiten langfristig zu viel Cholesterin im Blut zirkuliert, können die Blutgefäße verstopfen. Ein Team am MDC untersucht, wie Gene den Cholesterinspiegel beeinflussen können.Den Prionen auf der Spur
Viele neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer’sche Erkrankung, Parkinson oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit sind durch Ablagerungen falsch gefalteter körpereigener Proteine im Gehirn gekennzeichnet. Fehlgefaltete Proteine sammeln sich sowohl in als auch außerhalb von Nervenzellen an und führen zu einer starken Einschränkung der Zellfunktion bis hin zum Tod der Zelle. Die genauen Mechanismen sind allerdings nur unzureichend aufgeklärt. Am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) untersucht Professor Dr. Ina Vorberg, welche Mechanismen den sogenannten Prionerkrankungen zugrunde liegen. Ein Diabetes-Medikament für die Alzheimer-Therapie
Warum sollte ein Mittel gegen Diabetes auch bei der Alzheimer-Demenz wirksam sein? Es sei schon länger bekannt, dass zwischen beiden Krankheiten ein Zusammenhang besteht, erklärt Dr. Sybille Krauß vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn. So hätten Menschen mit Diabetes vom Typ 2 ein erhöhtes Risiko, an der Altersdemenz zu erkranken. Außerdem beeinflusse das Diabetes-Medikament Metformin einen biochemischen Signalweg, der nicht nur auf den Zuckerstoffwechsel einwirkt. Über diesen Signalweg könnte Metformin auch der krankhaften Veränderung eines Proteins namens Tau entgegenwirken, das bei Alzheimer eine zentrale Rolle einnimmt. weiterlesen "Ein Diabetes-Medikament für die Alzheimer-Therapie "
Keine Entspannung für Krebszellen
Während ihrer Teilung bildet eine Zelle zwei Polkörperchen, von denen Proteinfasern spindelförmig ausgehen und die Chromosomen auf die neu entstehenden Tochterzellen verteilen. Krebszellen besitzen dagegen häufig mehrere Polkörperchen, die sie an zwei Polen bündeln müssen, um sich korrekt teilen zu können. Forscherinnen und Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun zusammen mit internationalen Kollegen entdeckt, dass diese Bündelung nur funktioniert, wenn die Proteinfasern straff gespannt sind.Genvarianten beeinflussen die Konzentration eines Diabetesmarkers
In Deutschland leiden mindestens sechs Millionen Menschen an Typ 2-Diabetes. Vermutlich ist die Zahl sogar deutlich höher, da viele Patienten noch nichts von ihrer Erkrankung wissen. Lebenstil, aber auch genetische Faktorenn, entscheiden darüber, wer wie schwer erkrankt. Experten aus dem Helmholtz Zentrum München haben nun Daten von insgesamt 46.000 Menschen untersucht und einige neue Genvarianten identifiziert.weiterlesen "Genvarianten beeinflussen die Konzentration eines Diabetesmarkers "
Lungengewebe kann sich selbst reparieren
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist weltweit die vierthäufigste Todesursache. Sie ist durch einen Verlust von Lungengewebe gekennzeichnet. Dabei verliert die Lunge im Krankheitsverlauf ihre Elastizität, die eingeatmete Luft kann nicht mehr vollständig entweichen. Die Folge: Es kommt zu einer irreversiblen Überblähung der Lungenbläschen – ein sogenanntes Emphysem entsteht. Dem Patienten bleibt nur noch eine reduzierte Oberfläche für den Gasaustausch in der Lunge. An Mäusen mit fortschreitender COPD gelang es nun, die Lungenfunktion zu verbessern.Birkenpollen variieren stark im Allergengehalt
Bisher stützen sich Belastungsvorhersagen für Allergiker allein auf die Menge an freigesetzten Pollen. Doch auch der Reifegrad der Pollen entscheidet darüber, wie heftig Allergiker reagieren. Forscher des Helmholtz-Zentrums München arbeiten daran, die Vorhersagen für diese wachsende Gruppe der Bevölkerung zu verbessern.weiterlesen "Birkenpollen variieren stark im Allergengehalt "

