Helmholtz-Gemeinschaft

Pillen auf Probe

Für die Suche nach neuen Wirkstoffen geben Arzneimittelhersteller heute rund doppelt so viel Geld aus, wie noch vor zehn Jahren. Es werden pro Jahr aber nicht viel mehr Medikamente zugelassen. Häufig scheitern Wirkstoff-Kandidaten in den teuren klinischen Studien. Um solche Fehlschläge zu vermeiden, versuchen die Unternehmen unter der riesigen Schar möglicher Wirkstoffe die aussichtsreichsten Kandidaten schon vorab auszuwählen. Doch wie kann man sie finden? Experimentell können die bis zu 1024 verschiedenen Moleküle (das sind Billionen mal Billionen Moleküle) natürlich nicht überprüft werden. "Aber mit Computerhilfe", sagt Dr. Igor Tetko vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in München. Der Bioinformatiker entwickelt Programme, die bestimmte chemische und biologische Eigenschaften eines Moleküls anhand seines Bauplans berechnen. Mit Hilfe dieser Modelle kann abgeschätzt werden, ob eine Substanz im Körper aufgenommen und verteilt wird und ob sie möglicherweise giftig ist. Den Arzneimittelherstellern kann das bei der Erprobung neuer Wirkstoffe unangenehme Überraschungen ersparen.

09.01.2013