Land nutzen und Ökosysteme erhalten
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Reisterrassen in Banaue, Philippinen. Die Terrassen im Norden der Insel Luzon erstrecken sich bis in eine Höhe von 1.500 Meter und gehören zu großen Teilen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Foto: Josef Settele/UFZmehr lesen

Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem sorgt dafür, dass auf den Terrassen bis heute Reis und Gemüse von der lokalen Bevölkerung angebaut werden. Foto: Josef Settele/UFZ
Mehr als 40 Prozent der terrestrischen Erdoberfläche werden durch den Menschen als Acker- und Weideland, als Infrastruktur oder Siedlungsfläche genutzt. Dabei hat sich von 1960 bis 2000 die landwirtschaftliche Produktion verdoppelt, vor allem durch zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft.
Dies befördert die Bodendegradation und -versiegelung, führt zum Verlust von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen und zu erhöhten Treibhausgasemissionen, zu denen die Landnutzung zu 20 bis 30 Prozent beiträgt. Wie kann Landnutzung so gemanagt werden, dass auch langfristig die Produktivität der Ökosysteme erhalten bleibt? Diese Frage steht im Mittelpunkt des BMBF-Förderprogramms „Nachhaltiges Landmanagement“, das durch Expertinnen und Experten am UFZ wissenschaftlich begleitet wird. Dabei setzen UFZ-Forscher um Prof. Dr. Ralf Seppelt im Begleit- und Synthese-Projekt GLUES1 die regionalen Befunde aus zwölf einzelnen Regionalprojekten in einen globalen Kontext und stellen die Ergebnisse potenziellen Nutzergruppen zur Verfügung. „Damit erweitern wir die Wissensbasis zu den Folgen von unterschiedlichen Landnutzungskonzepten und tragen dazu bei, dass Entscheidungsträger und Planer den Aspekt der Nachhaltigkeit stärker berücksichtigen können“, erklärt Seppelt. So müssen zum Beispiel in Südostasien die Erträge beim Reisanbau steigen, um die wachsende Bevölkerung zu ernähren. UFZ-Forscher um PD Dr. Josef Settele untersuchen im BMBF-Regionalprojekt LEGATO2 in den Philippinen, Vietnam und Malaysia, welche Ökosystem-Funktionen und -Dienstleistungen bewässerter Reisanbau erbringt. Dabei beziehen sie Reisbauern und Bevölkerung ein, um Daten zu gewinnen. „Libellen beispielsweise sind gute Indikatoren für den Zustand der Ökosysteme. Wir wollen eine Lösung anbieten, mit der die Bevölkerung die Arten einfach per Handy bestimmen und so die wissenschaftliche Arbeit unterstützen kann“, sagt Settele. Mit Partnern vor Ort entwickeln und testen die UFZ-Experten neue Ansätze für einen ökologischen und gleichzeitig hochproduktiven Reisanbau. „Wir haben gute Hinweise, dass Intensivierung nicht grundsätzlich schädlich sein muss, sondern dass es gelingen kann, hohe Produktivität nachhaltig zu erhalten“, so Settele.
UFZ/Red.
1) GLUES steht für „Global Assessment of Land Use Dynamics, Greenhouse Gas Emissions and Ecosystem Services“ und ist das wissenschaftliche Begleit- und Syntheseprojekt zum Förderprogramm „Nachhaltiges Landmanagement”
2) LEGATO ist das Akronym für „Land-use intensity and Ecological EnGineering – Assessment Tools for risk and Opportunities in irrigated rice based production systems“
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