Wellenradar schätzt Kräfte im Meer ab

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In der Nordsee westlich von Sylt sollen rund 80 Windkraftanlagen aufgebaut werden. Eine technische Herausforderung, denn ein solcher Offshore-Windenergiepark wird nicht nur dem Wellengang und dem Wetter ausgesetzt sein, sondern wird auch selbst die Wellenmuster beeinflussen. Um diese Frage zu untersuchen, haben GKSS-Wissenschaftler um Dr. Friedwart Ziemer gemeinsam mit Experten der Technischen Universität Sankt Petersburg eine Radartechnik entwickelt, mit der sich Wellen genauer ausmessen lassen. „Mit den speziell für uns gebauten Radargeräten können wir versuchen zu verfolgen, wie sich Wellenbrecher aufbauen, welche Kräfte sie dabei entwickeln und wie sie sich mit anderen Wellen überlagern“, berichtet Ziemer.
Auf der Forschungsplattform FINO3 vor Sylt am künftigen Standort des Offshore-Windenergieparks haben Ziemer und Kollegen bereits ein Radargerät fest installiert. Die FINO3 Plattform, die von der Fachhochschule Kiel koordiniert wird, soll auch als Feststation im übergreifenden Messnetz C OSYNA (Coastal Observation System for Northern and Arctic Seas) genutzt werden. COSYNA ist vom GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht initiiert worden, um den Zustand und die Entwicklung der Nordsee zu untersuchen. Im Herbst 2009 werden Ziemer und Kollegen mit dem Forschungsschiff Friedrich Heincke rund um FINO3 mit zwei weiteren Doppler-Radargeräten an Bord messen, welche Turbulenzen die Plattform selbst erzeugt und wie weit diese die Strömung und den Seegang rund um die Plattform beeinflussen. Die Ergebnisse können dann bei der Konstruktion des gesamten Offshore-Windenergieparks berücksichtigt werden, wo viele Plattformen in Reihen stehen, so dass sich Turbulenzen durchaus aufschaukeln könnten. „Bisher wissen wir noch nicht, wie stark diese Effekte sein könnten und ob sie schon bei der Konstruktion von Windenergieparks auf hoher See berücksichtigt werden müssen. Aber Ende 2009 können wir dazu etwas sagen“, meint Ziemer.

