Wasser SMART nutzen

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Sauberes Trinkwasser ist kostbar, Klimawandel und Bevölkerungswachstum verschärfen die Lage. Im Grenzgebiet zwischen Jordanien, Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten sind die Grundwasservorkommen übernutzt, der Wasserspiegel des Toten Meeres sinkt, und der See Genezareth ist von Versalzung bedroht. Manche Siedlungen müssen durch Lastwagen mit Trinkwasser versorgt werden.
In dieser Krisenregion suchen Experten des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ nach der Lösung: ein nachhaltiges Wassermanagement für die Zukunft. Gemeinsam mit Forschungspartnern aus Deutschland und dem Nahen Osten sowie Entscheidungsträgern auf regionaler Ebene haben sie das Projekt „Sustainable Management of Available Water Resources with Innovative Technologies” oder kurz SMART aufgebaut. Dr. Stefan Geyer und Dr. Christian Siebert vom UFZ erfassen mit hydrogeologischen Methoden, wie sich die unterirdischen Wasservorkommen bilden und im Lauf der Zeit entwickeln. Ein Problem dabei: Ein großer Teil des Niederschlags versickert nicht, sondern fließt auf den kargen Böden in den stark verschmutzten Jordan oder das Tote Meer. „Auf Testflächen“, erklärt Siebert, „untersuchen wir Möglichkeiten, diesen Oberflächenabfluss zu retten, indem wir die Böden zum Beispiel durch Bepflanzung wasserdurchlässiger machen.“
Zurzeit braucht die Landwirtschaft den Großteil der hochwertigen Grundwasserressourcen. Dabei könnten die Felder auch mit gereinigtem Abwasser bewässert werden. Hier setzt ein weiterer Teil von SMART an: Dr. Roland Müller vom UFZ testet mit drei deutschen Industriepartnern Methoden zur preiswerten Aufbereitung von Brauchwässern. Und Siebert und seine Kollegen wollen prüfen, wie dieses aufbereitete Brauchwasser versickert und durch das Gestein auf natürlichem Weg kostenlos weiter gereinigt wird, so dass es einige Zeit später zur Bewässerung oder sogar als Trinkwasser wieder entnommen werden kann. „Wenn wir für diese Krisenregion gute Lösungsansätze finden, dann werden einige dieser Ideen auch auf andere Regionen übertragbar sein“, sagt Siebert.
Weitere informationen: www.iwrm-smart.org

