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Tauwetter im Untergrund

Der Klimawandel macht sich in den höheren Breitengraden rund um die Polargebiete besonders stark bemerkbar. Wie die steigenden Temperaturen auch die Kreisläufe in Permafrostböden verändern, untersucht die Nachwuchsgruppenleiterin Dr. Julia Boike mit ihrem Team am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. An der Außenstelle des AWI in Potsdam wertet sie Daten aus, die sie auf ihren langen Expeditionen in der sibirischen Tundra gesammelt hat. Dort untersucht sie zum Beispiel die Wasser- und Energiekreisläufe in den oberen Schichten des Bodens, die die Freisetzung des Treibhausgases Methan regulieren. "Wir beobachten jetzt schon, wie Änderungen im Klimasystem, zum Beispiel die Erhöhung der Sommerniederschläge und der Anstieg der Durchschnittstemperatur die physikalischen und biologischen Prozesse im Boden beeinflussen", erklärt sie. Denn die oberen Schichten tauen inzwischen deutlich früher im Jahr auf, die Vegetationsphasen verlängern sich. "Wir untersuchen die Kreisläufe von Wasser und Energie in der Permafrostlandschaft über Flächen im Meterbereich bis hin zu größeren Strukturen im Kilometerbereich", sagt Boike. Diese Ergebnisse erlauben zuverlässigere Prognosen darüber, wie sich das Tauwetter in der Tundra in Zukunft auf das globale Klima auswirken könnte.

09.01.2013

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