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Per Pilz durch den Boden

Bei der Sanierung verschmutzter Böden vertraut man oft auf die Hilfe von Bakterien. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Mikroorganismen mit den ungleichmäßig verteilten Bodenschadstoffen in Kontakt kommen. Selbst bewegliche Bakterien scheitern oft an den im Untergrund vorkommenden Hindernissen. Anders als Bakterien können Bodenpilze mit ihren raumfüllenden und bis zu 100 Metern pro Gramm Boden langen Pilzfäden den Boden leicht durchwachsen und den Bakterien den Weg dabei ebnen. Umweltmikrobiologen vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ haben im Laborversuch gezeigt, dass dieses Pilzgeflecht - gleich einem "Autobahnnetz" - schadstoffabbauende Bodenbakterien transportieren und so deren Zugang zu den Bodenschadstoffen verbessern kann. Das gilt auch für Mykorrhizapilze, die in einer Symbiose die Wurzelhärchen von Bäumen ersetzen, von denen sie mit Photosyntheseprodukten ernährt werden. Damit steht das Sonnenlicht als Energiequelle für den Bakterientransport zur Verfügung. Die neuen Erkenntnisse helfen, den Schadstoffabbau im Boden zu beschleunigen und so belastete Gebiete schneller zu sanieren. Die "Pilzautobahn" ist dann vielleicht nicht nur die größte der Welt, sondern auch die einzige, die der Natur zurück zum ursprünglichen Zustand hilft.

11.06.2013

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