Helmholtz-Gemeinschaft

Abwasser effizient aufbereiten

Sauberes Wasser ist knapp im Norden der Mongolei, der Junge muss deshalb zu einem Wasserkiosk laufen. Foto: UFZ/L. Horlemann
Sauberes Wasser ist knapp im Norden der Mongolei, der Junge muss deshalb zu einem Wasserkiosk laufen. Foto: UFZ/L. Horlemann

Klimawandel und Bevölkerungswachstum führen in vielen Regionen der Erde zu einer Übernutzung der Wasservorkommen. UFZ-Wissenschaftler arbeiten mit Kollegen der TU Dresden und Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in der „Internationalen Wasserforschungs-Allianz Sachsen“ (IWAS) zusammen, um in fünf hydrologisch sensitiven Regionen der Erde die regionenspezifischen Probleme zu analysieren und mit Partnern vor Ort umsetzbare Lösungen zu entwickeln, die sich auch auf vergleichbare Regionen übertragen lassen.

So arbeiten Wissenschaftler um Professor Dr. Dietrich Borchardt in der IWAS-Modellregion im Norden der Mongolei an Konzepten für eine effiziente, dezentrale Behandlung von Abwässern und Klärschlamm. „Abwässer könnten für die Bewässerung der Felder wieder verwendet werden, wenn sie frei von bestimmten Mikroorganismen sind “, erklärt Borchardt. Um die Abwässer auf Bakterien zu testen, haben die IWAS-Wissenschaftler ein einfaches Verfahren entwickelt, das auf so genannten Aptameren als Sensormolekülen basiert, die bestimmte Bakterien zuverlässig anzeigen. „Wir versuchen nun, auch für häufige bakterielle Pathogene die passenden Aptamer-Sensoren zu entwickeln“, so Borchardt. Denn diese Pathogene lassen sich bislang nur in aufwändigen Stichproben mit dem Mikroskop erkennen.

Durch ein einfaches Testverfahren könnte dagegen mit minimalem Aufwand bestimmt werden, ob sich Abwässer schon für einige Anwendungen gefahrlos nutzen lassen. Die UFZ-Experten haben außerdem ein Verfahren weiterentwickelt, um Klärschlamm aus den Abwasseraufbereitungsanlagen zu behandeln. Mit dem so genannten HTC-Verfahren werde der Schlamm hydrothermisch aufbereitet und karbonisiert als Wertstoff wieder in den Kreislauf zurückgeführt, erklärt Borchardt. Der aufbereitete Klärschlamm setzt Nährstoffe frei und verbessert die Bodenstruktur, so dass der Boden mehr Wasser speichert. „Diese Konzepte lassen sich zum Beispiel auch auf bestimmte Regionen im Süden Europas übertragen, die ebenfalls unter zunehmender Wasserknappheit leiden“, erläutert Elisabeth Krüger vom UFZ, die IWAS koordiniert.

Einblicke in die Forschung: Erde und Umwelt

Einmal Arktis und zurück: Forschung aus der Luft

Klirrender Frost, massiges Packeis und mächtige Wirbelstürme zwischen Polarnacht und ganztägigem Licht: Die Arktis macht es der Wissenschaft nicht leicht, ihre Geheimnisse zu entlocken. Schon seit über 25 Jahren erforscht das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI) die Arktis und Antarktis auch aus der Luft. Letztes Jahr brach der deutsche Polarflieger POLAR 5 zu einem ganz speziellen Arktis-Messflug auf.

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Einblicke in die Forschung: Erde und Umwelt

Die Meerwalnuss auf Eroberungszug

Glasig und ätherisch zart – Mnemiopsis leidyi, zu Deutsch die Meerwalnuss, sieht harmlos aus. Doch der schöne Schein trügt: Anfang der 1980er Jahre reiste die Rippenqualle in den Ballastwassertanks von Schiffen von der westamerikanischen Küste bis ins Schwarze und Kaspische Meer. Vor vier Jahren wurde sie auch in der Ost- und Nordsee entdeckt. Die Qualle kam als gefräßige Eroberin und räubert den heimischen Fischbestand aus.

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Einblicke in die Forschung: Erde und Umwelt

Kleine Teilchen, große Wirkung

Wettervorhersagen basieren heute auf weit entwickelten Computermodellen, die dennoch viele wichtige Prozesse in der Atmosphäre noch nicht berücksichtigen - zum Beispiel Schwebeteilchen wie Staub, Pollen oder chemische Verbindungen. Solche so genannten Aerosole vermindern nicht nur die Sichtweite, sondern wirken sich auch auf die Temperaturverteilung in verschiedenen Höhenschichten aus; sie können miteinander reagieren und als Kondensationskeime zu Wolkenbildung und Niederschlag führen. In den etablierten Modellen der Wetterdienste fließen Aerosole jedoch allenfalls pauschal ein, weil sie einen Teil der Sonnenstrahlung absorbieren.

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Einblicke in die Forschung: Erde und Umwelt

Regionaler Klimaatlas für Deutschland

Wie sich der Klimawandel in den verschiedenen Regionen Deutschlands in den nächsten Dekaden bis zum Jahr 2100 auswirken könnte, zeigt der regionale Klimaatlas Deutschland, den die vier Regionalen Klimabüros der Helmholtz-Gemeinschaft nach dem Vorbild des Norddeutschen Klimaatlas entwickelt haben.

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Einblicke in die Forschung: Erde und Umwelt

Treibhausgase blubbern auch aus dem Erdinnern an die Luft

Wenn Eskimos in Kanada Gase anzünden, die sich unter dem Eis gesammelt haben und auf der Flamme grillen oder wenn der Meeresboden einer Orangenhaut ähnelt und Pockennarbenmit bis zu einigen hundert Metern Durchmesser hat, steckt das gleiche Phänomen dahinter: Aus dem Erdinneren strömt in diesenGebieten Methan an die Oberfläche.

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09.01.2013

Kontakt

Dr. Cathrin Brüchmann

Forschungsbereichsbeauftragte Erde und Umwelt

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