Helmholtz-Gemeinschaft

Unterthema Neue Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien

In dem relativ jungen Gebiet der Nutzung erneuerbarer Energien kommt es häufig zu technischen Neuentwicklungen. Deren Bedeutung wird aufgrund von Lebenszyklusanalysen und den Gesamtkosten über die Nutzungsdauer sowie von Erfahrungskurven und möglichen Anschlusstechnologien eingeschätzt und bewertet. Die Arbeit konzentriert sich dabei auf Technologien,

  • welche geeignet sind, vorhandene Probleme zu lösen,
  • welche innerhalb der Helmholtzgemeinschaft relevant sind und
  • für welche Wissenslücken existieren.

Zu den untersuchten Technologien gehören solarthermische Kraftwerke und neue Biomasse-Technolgien.

Solarthermische Kraftwerke und Entsalzungsanlagen

Das Potenzial für den Export von Strom aus solarthermischen Kraftwerken aus der MENA-Region (Middle East, North Africa) nach Europa ist sehr groß. Das Gleiche gilt für die Bereitstellung von entsalztem Wasser, welches in der Region dringend benötigt wird. Mit Machbarkeits- und Auslegungsstudien sollen die Möglichkeiten von gekoppelten Stromerzeugungs- und Entsalzungsanlagen sowie die Hemmnisse beim Ferntransport von Strom aus der MNA-Region nach Europa weiter konkretisiert werden.

Weitere Informationen:

zu solarthermischen Kraftwerken

zu solarthermischen Entsalzungsanlagen 

Rinnenkollektoren zur Konzentration von Solarstrahlung
Rinnenkollektoren zur Konzentration von Solarstrahlung
Stromverbund für erneuerbare Energien zwischen Nordafrika, nahem Osten und Europa.
Stromverbund für erneuerbare Energien zwischen Nordafrika, nahem Osten und Europa.

Neue Biomasse-Technologien

Gebäude der bioliq®-Anlage, Pyrolyseanlage, KIT

Synthesekraftstoffe und Chemikalien

Die Vergasung mit anschließender Synthese bietet vielfältige Möglichkeiten, verschiedenste Biomassearten energetisch und stofflich zu nutzen, ohne in direkte Konkurrenz mit Nahrungs- und Futtermitteln zu geraten.

Es ist Ziel der Arbeiten, jeweils den gesamten Verfahrensweg der Bereitstellung von Synthesekraftstoffen oder Chemikalien aus Biomasse – in Anlehnung an das am KIT in der Umsetzung befindliche bioliq®-Konzept – anhand technischer, ökonomischer und umweltrelevanter Kriterien zu analysieren und zu bewerten. Konkurrierende Verwertungswege der Biomasse zur Strom- und Wärmebereitstellung, insbesondere aber der Vergleich mit der Biomethan-Produktion als Erdgas-Substitut (SNG, Subsitute Natural Gas) werden mit einbezogen. Fossile Referenztechnologien finden hierbei ebenfalls Berücksichtigung. 

Biomethananlage, DBFZ

Biomethan

Biomethan kann als Erdgassubstitut vielfältig im Energiesystem eingesetzt werden und den Ablösungsprozess von den fossilen Energien substanziell unterstützen. Die Gewinnung kann über biochemische und thermo-chemische Umwandlungsprozesse erfolgen, wodurch eine breite Rohstoffbasis zur Verfügung steht. Die Technologien befinden sich in der Demonstrations- bzw. Markteinführungsphase. Optimierungen des Gesamtsystems stehen vielfach noch aus.

Ziel der Arbeiten ist daher

  • eine ganzheitliche Bewertung der Verfahren und Konzepte auf Basis verfügbarer Daten und Simulationen
  • und die Erarbeitung einer Biomethan Road Map als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Bioenergiestrategie.
Mikroalgenreaktor, KIT

Mikroalgen

Mikroalgen gelten als Biomasseproduzenten der Zukunft, weil sie auf marginalen Standorten kultiviert und ganzjährig geerntet werden können und deutlich höhere Flächenerträge haben als traditionelle Energiepflanzen. Sie eignen sich zur Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln und Energieträgern (Biodiesel, Bioethanol, Biomethan, Biowasserstoff). Die für das Algenwachstum erforderlichen Nährstoffe können teilweise aus Sekundärquellen (z. B. Abgase von Kraftwerken als CO2-Quelle, stickstoffhaltige Abwässer) bezogen werden. Ein weiterer ökologischer Vorteil ist, dass die Biomasseerzeugung in geschlossenen Reaktoren stattfindet. In den Forschungsarbeiten sollen verschiedene Nutzungspfade zur Energieerzeugung aus Mikroalgen hinsichtlich ihrer Potenziale und ihrer ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen analysiert und bewertet werden. Durch die prospektive Folgenforschung sollen frühzeitig Hinweise für die Gestaltung und Entwicklung nachhaltiger Prozessketten und Produkte auf der Basis von Mikroalgen erarbeitet werden.

09.01.2013

Kontakt

Sprecher

Michael Nast, DLR

michael.nast (at) dlr.de

Beteiligte Institute/Arbeitsgruppen

DLR, KIT, UFZ Leipzig